Lenningen. Der Trinkwasserhochbehälter Unterlenningen ist rund 100 Jahre alt. Schon im Herbst 2010 wurden bei einer Kontrolle unter anderem Risse in der Decke festgestellt. Da in all den Jahren auf dem Erdwall über dem Hochbehälter Bäume gewachsen sind, wurden sie vorsorglich gefällt, damit die Wurzeln die Rissbildung nicht weiter verstärken. Ein hinzugezogener Statiker riet zudem, eine zweite Stahlbetondecke einzuziehen, damit ein kleiner Traktor samt Mähwerk drüberfahren kann, um das Gras in Schach zu halten. Zudem sollte eine Spritzbetonschale unterhalb der alten Decke angebracht werden, die mögliche Betonbrösel vom Wasser fernhält und eine Sanierung der Risse unnötig macht, denn der Behälter soll noch 20 bis 25 Jahre bestehen.
„Die Schäden haben sich wegen der direkten Sonneneinstrahlung und der dadurch entstandenen großen Temperaturunterschiede verstärkt“, erklärte der Planer auf Nachfrage. Der Behälter war freigelegt worden, damit ihn die Fachleute besser untersuchen konnten. Tiefbauamtsleiter Karl-Heinz Griesinger schenkt der Rissbildung jedoch nicht allzu große Beachtung: „Es sind kleine Risse, etwa zwei bis drei Millimeter groß.“
Ebenfalls unterschiedlicher Auffassung sind Planer und Gemeinderat, was die Korrosion der Stahlträger anbelangt. „Wirkliche Schäden wurden nicht festgestellt, ganz ausschließen kann man sie jedoch nicht. Deshalb gibt es jetzt ein Gutachten“, so Karl-Heinz Griesinger.
Karl Boßler sparte nicht mit Kritik an der Sanierungsplanung. Ins gleiche Horn bliesen auch Falk Kazmaier, Jürgen Rau und Peter Schneider. Sie bohrten mehrfach mit fachlichen Fragen nach, schienen aber nicht die erhofften Antworten bekommen zu haben. Aus diesem Grund wurde die Entscheidung über die Sanierung vertagt. Planer und Verwaltung wurden beauftragt, eine fundierte Konzeption nachzuliefern.
