Seit zehn Jahren gibt es den Bodenlehrpfad Beuren – Jubiläumsfeier mit Prominenz im Freilichtmuseum
Viel mehr als der Dreck unter den Füßen

Vor einem Jahrzehnt wurde der Bodenlehrpfad Beuren eingerichtet. Seither haben sich tausende Interessierte aus nah und fern über das Thema informiert. Am gestrigen Sonntag wurde in Anwesenheit zahlreicher Gäste im Rahmen einer kleinen Feierstunde der Anfänge gedacht.

Beuren. In seinen einführenden Worten erinnerte Hans-Karl Hauffe, Professor an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen, daran, dass der Pfad im Mai 2002 auf Initiative von Jörg Schneider von der Regionalgruppe Süd des Bundesverbandes Boden und Heinz Reinfelder vom Amt für Wasserwirtschaft und Bodenschutz Esslingen, eröffnet worden war. „Dieses Ereignis wollten wir nicht ungewürdigt verstreichen lassen“, so Hauffe.

Obwohl es für die Existenz der Menschen eminent wichtig sei, würde das Thema Boden nur selten in der Öffentlichkeit diskutiert. Der Boden – die oberste Schicht der festen Erdkruste – sei eine zentrale Grundlage des Lebens. Unzählige Pflanzen und Tiere fänden hier ihren Lebensraum und auch für die Menschen sei er Lebensgrundlage. Professor Hans-Karl Hauffe erinnerte an die recht zähen Anfänge zur Gründung des Lehrpfades, aber auch an die vielen Unterstützer, mit deren Hilfe das Projekt schließlich doch auf den Weg gebracht werden konnte. Dank finanzieller Unterstützung des Landesumweltministeriums und des Landkreises Esslingen sei die Umsetzung schließlich gelungen. Bei der Frage, wo man diesen Lehrpfad anlegt, sei allen Beteiligten schnell klar gewesen, dass das Freilichtmuseum genau der richtige Ort ist.

Als der Bodenlehrpfad vor zehn Jahren eröffnet wurde, habe man nicht zu träumen gewagt, dass er eine lange Lebensdauer habe, erinnerte sich Heinz Reinfelder. Dank des großen Engagements aller Beteiligten und ganz besonders von Jörg Schneider könne man nun den runden Geburtstag feiern. Der Experte, der selbst immer wieder interessierte Gruppen über den Pfad führt, erinnerte die Zuhörer daran, dass die Filderböden zu den fruchtbarsten in Europa und deshalb zu den besonders schützenswerten gehören. Auch deshalb versuche man seitens seines Amtes immer wieder „mit Fingerspitzengefühl“ Einfluss auf die Kommunen bei der Vergabe von Bauprojekten zu nehmen und so die Landschaft zu schützen.

„Ich stecke in der Sache mit Haut und Haaren drin. Es macht unglaublich viel Spaß, sich dafür zu engagieren“, sagte Jörg Schneider, Vorsitzender der Regionalgruppe Süd im Bundesverband Boden. Gemeinsam mit Reinfelder hauchte er dem Projekt Leben ein und ist bis heute sein leidenschaftlicher Fürsprecher. „Wir haben sehr viel gelernt in den zehn Jahren, auch in den Diskussionen mit allen Beteiligten und natürlich mit den Besuchern“. Letztere schätzt er auf mehrere Tausend, sie seien nicht nur aus der Region, sondern von überall her gekommen“, resümierte stolz.

Als eine „exzellente Idee“ betrachtet auch Helmfried Meinel, Ministerialdirektor im Landesministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, die Wahl des Standortes „nahe den Fildern mit den fruchtbarsten Lössböden und inmitten dieser schönen Landschaft“. Vor der Industrialisierung sei die Güte des Bodens ein Zeichen von Armut oder Reichtum gewesen, entsprechend sorgsam seien die Menschen deshalb mit ihm umgegangen, erinnerte er. In Zeiten der Verstädterung habe sich „das Bodenbewusstsein leider verschoben“. Fruchtbare Böden seien eine unwiederbringliche Ressource, deshalb sei der Bodenschutz enorm wichtig appellierte Meinel.

Einem eher unerfreulichen Naturereignis – dem Sturm Lothar – habe das Land Baden-Württemberg das strengste Bodenschutzgesetz bundesweit zu verdanken. Glücklicherweise finde es zunehmend Nachahmer.