Kirchheim. Heike Büttner, die Leiterin der Kirchheim-Info, führte die hohe Nachfrage nach Stadtführungen in ihrem Jahresbericht für den Finanz- und Verwaltungsausschuss vor allem auf die S-Bahn-Anbindung Kirchheims zurück. Ab 2010 hat sich die Zahl der Führungen gegenüber den Vorjahren nahezu verdoppelt, und im vergangenen Jahr waren es eben noch einmal 50 mehr als 2010 und 2011. Entsprechend sind auch die Einnahmen der Kirchheim-Info für Stadtführungen gestiegen: von rund 10 000 Euro in den Jahren 2008 und 2009 auf knapp 26 000 Euro 2012.
Thematisch lässt sich die Nachfrage nach Stadtführungen in zwei gleich große Hälften einteilen: 50 Prozent der Gruppen hatten die „klassische“ Führung gebucht, die als „Historischer Stadtspaziergang“ einen Überblick gibt über „die wichtigsten Persönlichkeiten, Ereignisse und Gebäude“, wie es im Bericht heißt. Die anderen 50 Prozent interessierten sich für das vielfältige Angebot an speziellen Themenführungen, wobei die Verbindung von Stadt und Schloss in der Führung „Durch Altstadtgassen und Schlossgemächer“ am stärksten gefragt war, gefolgt von „Fachwerkkunst und Braugenuss“ sowie „Tortenspaß mit Herzogin Henriette“. Weitere Themen der Stadtführungen sind unter anderem eine Nachtwächterführung, das mittelalterliche Kirchheim, Literatur, besondere Tüftler oder auch die Geschichte der Kirchheimer Juden.
Nicht nur der Zulauf, auch die Zufriedenheit der Kunden ist für die Kirchheim-Info sowie für die einzelnen Stadtführer sehr zufriedenstellend. Rund ein Fünftel aller Teilnehmer hat im vergangenen Jahr nach der Stadtführung eine Befragungskarte abgegeben. Dabei konnten sie auch eine „Schulnote“ für die Veranstaltung vergeben. Die Durchschnittsnote ist eine respektable 1,4.
Um die Qualität der Stadtführungen weiterhin hochzuhalten, aber auch um der steigenden Nachfrage gerecht werden zu können, sucht die Kirchheim-Info nach geeigneter Verstärkung für ihr Stadtführer-Team. Noch in der ersten Jahreshälfte sollen Schulungen für „Nachwuchsstadtführer“ beginnen. Und wer in absehbarer Zeit auf eigene Faust einen Stadtrundgang unternehmen möchte, ohne dabei auf kompetente Erläuterungen verzichten zu wollen, für den ist ein weiteres neues Angebot in Planung: eine elektronische Stadtführung, die sich nach Art der musealen Audioguides über das Mobiltelefon abrufen lassen soll.
Ein weiteres neues Angebot ist seit der Renovierung der Räume im Max-Eyth-Haus der Easy-Ticket-Service, der 2012 über die Vermittlungsprovision knapp 16 000 Euro in die Kassen der Kirchheim-Info gespült hat. Die Kundenkontakte der Kirchheim-Info hätten aber auch ohne den Ticketverkauf schon zugelegt, heißt es in Heike Büttners Jahresbericht.
Speziell wegen des Ticket-Verkaufs fragte Stadtrat Ralf Gerber nach, ob inzwischen auch Zahlungen per EC‑Karte entgegengenommen werden können. Heike Büttner versicherte, dass das mittlerweile ohne Wertbegrenzung möglich sei. Weitere Anregungen Ralf Gerbers betrafen einen Marktschirm oder einen Schaukasten vor dem Max-Eyth-Haus, der auf das Angebot der Kirchheim-Info hinweisen könnte, sowie die Frage, ob sich nicht auch Stadtführungen für Kinder ins Programm aufnehmen lassen.
Zu den knapp 600 Gästebetten in Kirchheim, für die 2012 rund 55 000 Übernachtungen zu verzeichnen waren, fragte Stadträtin Dr. Silvia Oberhauser, ob es in Kirchheim künftig auch ein „Low-Budget-Hotel“ geben werde und welche Verbesserungen für Gäste mit Wohnmobilen angedacht sind. Mit beidem hat sich die Stadtverwaltung bereits auseinandergesetzt. Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker berichtete von zwei konkreten Anfragen, wo sich ein Hotel für günstigere Übernachtungen in Kirchheim errichten lasse. Notwendig sei das nicht nur für den Tourismus, sondern auch für Monteure. Für die Wohnmobile gebe es Überlegungen, auf dem Ziegelwasen Module aufzustellen, an denen sich die Camper gegen einen gewissen Geldbetrag mit Wasser und Strom versorgen können.
