Kirchheim / Wernau. „Wir sind zuversichtlich, dass wir wieder einen guten Partner gefunden haben“, sagte Wernaus Bürgermeister Armin Elbl im Gespräch mit dem Teckboten über die neue Volkshochschulkooperation. Zwar seien die Wernauer „nicht unzufrieden“ mit Esslingen gewesen. Aber vertraglich habe es mit der Volkshochschule Esslingen eine ganz andere Basis gegeben als jetzt mit Kirchheim. Mit Esslingen sei Wernau nur eine von mehreren Kommunen gewesen, die alle mehr oder weniger an denselben Vertrag gebunden waren. Nachdem die Kommune aber beschlossen hatte, auch bei der Bildung nach Einsparmöglichkeiten zu suchen, habe sich folgendes Bild ergeben: „Nach der gegebenen Vertragsstruktur hätten wir das Kursangebot in Wernau auf Null reduziert, nur um zehn Prozent der Kosten einzusparen.“
Mit der neuen Kooperation sei es sehr wohl möglich, Kosten zu sparen und trotzdem ein Kursangebot aufrechtzuerhalten. „Das tut unserem Haushalt gut“, kommentiert der Bürgermeister. Der Vertrag mit der Esslinger Volkshochschule sei ausgelaufen, und die Stadt Wernau habe deshalb rechtzeitig in Kirchheim angefragt. Überlegungen, eine eigene kommunale Volkshochschule ins Leben zu rufen, waren schnell vom Tisch. „Das ist nicht unser Kerngeschäft“, sagt Armin Elbl.
Die Volkshochschule Kirchheim sei ganz gezielt ausgesucht worden: „Die Nähe war uns wichtig. Wir wollten nicht mit irgendeiner Volkshochschule zusammenarbeiten.“ Die Kirchheimer Volkshochschule grenzt mit ihrem bisherigen Einzugsgebiet direkt an Wernau an, und außerdem hätten sich die Bürgermeisterkollegen, die mit Kirchheim zusammenarbeiten, ausgesprochen zufrieden gezeigt.
Die grundsätzliche Nähe zwischen Kirchheim und Wernau sei erst durch die S-Bahn so richtig deutlich geworden, meint Armin Elbl. „Seither erreichen wir den Kirchheimer Raum besser.“ Das soll aus Wernauer Sicht möglichst auch umgekehrt gelten, wie der Bürgermeister offen zugibt: „Durch die Kooperation mit der Volkshochschule erhoffen wir uns auch, dass Wernau in Kirchheim stärker wahrgenommen wird.“
Mit dazu beitragen dürfte das Gebäude, in dem die meisten Wernauer Volkshochschulkurse stattfinden: das Quadrium, das nicht nur als Rathaus dient, sondern auch als Konferenzzentrum und als Veranstaltungsort, und das außerdem mit seiner Bäderlandschaft punkten kann. Letzteres ist wieder ein Punkt, von dem sowohl die Stadt Wernau als auch die Volkshochschule Kirchheim profitieren wollen: Durch Volkshochschulkurse mit Kirchheimer Teilnehmern könnte einerseits das Quadrium als öffentliches Bad größere Bekanntheit erringen. Und andererseits hat die Volkshochschule Kirchheim seit der Schließung des Hallenbads im „Paradiesle“ weniger Möglichkeiten, Aqua-Fitness-Kurse anzubieten.
Im neuen Semesterprogramm gibt es zwar noch keine entsprechenden Kurse in Wernau, aber das Programm soll ja auch erst langsam angepasst werden. Vorerst sei es darum gegangen, „das bestehende Angebot aufrechtzuerhalten“, wie Kirchheims Volkshochschulleiterin Susanne Voigt beim Gespräch in Wernau sagte. „Das ist uns auch in weiten Teilen gelungen“, fügt sie hinzu. Die Gespräche mit den bisherigen Dozenten in Wernau seien gut verlaufen. Im kommenden Semester gehe es darum, zu beobachten, wie das Angebot ankommt und ob es ausreicht.
Allmählich lasse sich dem Kursangebot für Wernau dann auch eine deutlichere Kirchheimer Handschrift verpassen. Bürgermeister Elbl pflichtet an diesem Punkt bei: Der neue Vertrag sei auf fünf Jahre abgeschlossen worden. Das sei eine gängige Laufzeit für solche Verträge, die außerdem Verlässlichkeit für beide Seiten biete. Andererseits sei es aber auch der Zeitraum, „den man braucht, um zu spüren, ob es richtig rund läuft“.
Die Außenstelle Wernau soll von Kirchheim aus ähnlich geführt werden wie die bewährten Außenstellen der „vhs rund um die Teck“. Eine dauerhafte eigene Präsenz der Kirchheimer wie in der Volkshochschule Wendlingen ist nicht angedacht. An die Esslinger Kollegen denkt indessen auch Susanne Voigt: „Es ist sicher nicht schön für sie, dass sie jetzt eine Außenstelle verloren haben.“ Diese Tatsache ändere aber nichts an der gewohnt guten Zusammenarbeit der beiden Volkshochschulen in Kirchheim und in Esslingen.
