Theaterspinnerei Frickenhausen spielt im Advent auf dem Parkplatz der Köngener Kultmeile Kö 8
Vom Zauber des Weihnachtsbaums

Köngen. Ein großes Spektakel versprechen die Köngener Kultmeile Kö 8 und die Theaterspinnerei Frickenhausen für die Adventssonntage: Auf dem Kö 8-Parkplatz wird je 


Andreas Volz

zwei Mal am Abend ein multimediales Open-Air-Theater geboten. Das Stück heißt „Die große Weihnachtsbaum-Geschichte“ und soll die Zuschauer in eine besinnliche und nachdenkliche Stimmung versetzen. Was seit jeher als Grundaufgabe des Theaters genannt wird, gilt also auch für diese Produktion: das Publikum emotional aufzurütteln.

Entstanden sei die Verbindung zwischen Kö 8 und Theaterspinnerei gerade über solche emotionalen Erlebnisse, berichtete Albrecht Maier, Geschäftsführer von Kö 8 und AWG, bei der gestrigen Pressekonferenz auf dem künftigen Theater-Schauplatz, der an normalen Wochentagen als Parkplatz dient. Bei bislang drei Produktionen hat Albrecht Maier die Theaterspinnerei erlebt, und jedes Mal war er begeistert von der Art, „Hightech mit Theater in Verbindung zu bringen“. Ein weiteres prägendes Erlebnis hatte Albrecht Maier auf der Mercedes-Fashion-Week in Berlin: Dort seien Bilder auf T-Shirts projiziert worden, „wie ich das von der Theaterspinnerei her kannte“.

Zunächst dachte Albrecht Maier an eine ähnliche Art von Präsentation für Köngen. Nachdem er Kontakt zu Jens Nüßle – dem künstlerischen Gesamtleiter der Theaterspinnerei – aufgenommen hatte, entwickelte sich daraus aber das aktuelle Theaterprojekt. Wesentlicher Grund dafür ist, dass die Projektionen nur bei Dunkelheit wirken. Weil es aber in einem Geschäft eher hell ist, lag es nahe, im Freien zu agieren. Die dafür geeignete Zeit ist die Vorweihnachtszeit, weil es da am frühesten dunkel wird. Folglich hat Stephan Hänlein, Autor und technischer Leiter der Theaterspinnerei, ein vorhandenes Stück umgeschrieben und an die Verhältnisse auf dem Kö 8-Parkplatz angepasst. Jens Nüßle spricht deshalb von einer „völlig überarbeiteten Neuproduktion“.

Über den Inhalt des Stücks wurde gestern noch nicht zu viel verraten. Schließlich soll es – zumindest für das geladene Premierenpublikum – eine Überraschung bleiben. Aber so viel sei schon einmal verraten: Zwei Elfen, die keine Ahnung von Weihnachten haben, sind auf der Suche nach dem sagenhaften Zauber, der von einem Weihnachtsbaum ausgehen soll. Natürlich fällt es ihnen zunächst schwer, diesen Zauber zu finden – auch wenn sie noch so viele lebendige Weihnachtsbäume treffen. Aber die können allesamt nicht zaubern, und nicht einmal Geschenke bringen die Bäume hervor. Am Ende aber sollen die Elfen doch noch erfahren, warum Weihnachtsbäume einen besonderen Zauber auf die Menschen ausüben. Der Zauber, der sich von dem Stück auf die Zuschauer übertragen soll, liegt einerseits in der Geschichte selbst begründet und andererseits in der aufwendigen Technik. Jens Nüßle verspricht Licht- und Projektionseffekte in einer „komplexen Technik, die weltweit vielleicht gerade mal 30 Leute beherrschen“ und die sonst niemand mit dem Theater kombiniere.

Auch der Schauplatz stelle die Theaterspinnerei vor ganz neue Herausforderungen: Die Kö 8-Fassade, die im Hintergrund als Projektionsfläche dient, sei rund 30 Meter lang, und deshalb erstrecke sich auch die Bühne über die volle Länge der Fassade. Die Zuschauer erwarte also ein extremes Breitformat, wie es noch nicht einmal im Kino vorkomme. Deshalb könne man auch gar nicht unbedingt alles, was auf der Bühne passiert, gleichzeitig wahrnehmen. Und trotzdem sollen die Zuschauer in das Geschehen hineingezogen werden, ohne dass ihnen ein einziges wichtiges Detail entgeht.

Herausgefordert werden Theatermacher und das gesamte Kö 8-Team aber auch von der Tatsache, dass der Parkplatz von Montag bis Samstag tatsächlich zum Parken zur Verfügung steht. Also wird die Bühne für jeden Sonntag eigens auf- und wieder abgebaut. Lediglich einige Technik-Container bleiben dauerhaft auf dem Parkplatz stehen.

Eine weitere Herausforderung sind natürlich die Witterungsverhältnisse: „Wir spielen bei jedem Wetter“, sagt Jens Nüßle. Auch bei Regen und Schnee werden die Aufführungen, die rund 50 Minuten dauern, durchgezogen. „Wenn‘s schneit, wäre es umso schöner“, meint der Theatermann und freut sich schon auf die Schneeflocken als perfektes Requisit für das weihnachtliche Schauspiel.

Für das Publikum bedeutet das Wetter ebenfalls eine eigene Herausforderung. Schirme seien nicht erlaubt, weil sie anderen Zuschauern die Sicht versperren würden, sagt Albrecht Maier. Für heftigere Schauer stünden aber Regencapes zur Verfügung. Ansonsten liegt es natürlich in der Verantwortung der Zuschauer selbst, sich mit Sitzkissen, Decken und entsprechend warmer Kleidung gegen die Kälte zu wappnen. Geeignet ist das Stück übrigens für Kinder ab sechs Jahren, hieß es gestern.

Und noch eine Herausforderung haben die Zuschauer zu meistern: Sie müssen die Westseite des Kö 8 finden, denn dort geht es zunächst los – mit weihnachtlicher Bewirtung. Anschließend gehen alle gemeinsam durch die dunkle Tiefgarage, um zum eigentlichen Ort des Geschehens zu gelangen: zum Parkplatz an der Nordfassade. Die Sonne dürfte bei der Bestimmung der Himmelsrichtungen nicht behilflich sein, denn die sollte um die entsprechende Uhrzeit längst nicht mehr scheinen.

Vielleicht hilft es ja, wenn sich die Zuschauer schon im Vorfeld beim Kartenkauf orientieren. Der Vorverkauf spielt sich ausschließlich an der Theaterkasse bei AWG im Kö 8 ab. Eine Abendkasse ist nicht vorgesehen. Reservierungen für Gruppen sind unter der E-Mail-Adresse event@kö8.de möglich oder unter der Telefonnummer 0 70 22/2 43 56 00.

Für folgende Termine gibt es noch Karten im freien Verkauf: 8., 15. und 22. Dezember, also zweiter, dritter und vierter Adventssonntag. Die Frühvorstellung beginnt immer um 17 Uhr, die Spätvorstellung um 19 Uhr. Jeweils eine Stunde vorher stehen „Parkplatzöffnung und Bewirtung“ auf dem Programm, Einlass ist eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn. Die circa 500 Sitzplätze sind nicht nummeriert.