Weilheim. Das Interesse an lokal erzeugten Köstlichkeiten steigt stetig. Dem trug auch die Stadt Weilheim Rechnung mit ihrem Käsemarkt, auf dem außer Käse noch viele andere Spezialitäten der Region angeboten wurden. Den normalen Wochenmarkt ergänzten am Samstag zahlreiche Stände von Erzeugern aus der Region. Er erstreckte sich vom alten Marktplatz vor der Kirche bis zum Bertoldsplatz neben dem Rathaus.
Eröffnet wurde der Markt stilecht von zwei „Albhornbläsern“, denen sich der stellvertretende Landrat des Landkreises Esslingen, Matthias Berg, anschloss. Er freute sich besonders, bei sonnigem Wetter gleich eine doppelte Premiere zu präsentieren: Die erste Biosphärenwoche und den ersten Weilheimer Käsemarkt. Über eine Woche fanden im Biosphärengebiet Schwäbische Alb, das sich von Weilheim bis nach Pfullingen und nach Zwiefalten im Süden erstreckt, Aktionstage mit einer bunten Themenpalette statt, zu der geführte Wanderungen ebenso gehörten wie musikalische Veranstaltungen und Feste für Jung und Alt. Vor zwei Jahren wurde das Gebiet offiziell nach UNESCO-Standards als Biosphärengebiet anerkannt, ist also noch ein „zartes Pflänzchen“, das sich in den nächsten Jahren zu einer festen Größe entwickeln soll.
Die riesige Fülle an Käsesorten soll, so Berg, „Genuss pur“ garantieren. Aber nicht nur der gute Geschmack, sondern auch die Herkunft der Lebensmittel müsse ins Bewusstsein gerufen werden. „Denn Zukunft braucht Herkunft“, stellte Berg fest. So erzählte er die Weilheimer Sage vom Drachen auf der Limburg. Berg war der Meinung, dass der mutige Ritter, der die Bewohner von der Plage befreite, den Drachen bestimmt mit Schimmelkäse betäubt hatte. Eine Käsetradition scheint also in Weilheim schon lange zu existieren.
Den Marktbesuchern hatte Matthias Berg sicher nicht zu viel versprochen. Vom Albzarella, Büffelmozzarella von der Alb, über Bärlauchkäse bis zu nicht-schwäbischen Spezialitäten wie Raclette-Brötchen bot der Käsemarkt so einiges. Satt wurden Hungrige zum Beispiel vom Zähringer Käseburger oder der Käsesuppe der Weilheimer Landfrauen. Natürlich konnten die Besucher nicht nur Käse erstehen, sondern auch andere regionale Lebensmittel wie Nudeln, Holzofenbrot oder Weilheimer Apfelsaft. Ein Renner dank der sommerlichen Temperaturen war Bauernhof-Eis aus Eigenproduktion.
Auch den Informationshunger deckten die Marktbeschicker. Beinahe jeder Stand hatte eine Tafel gestaltet, die über den Herstellungsprozess und die Besonderheit von regionalem Käse aufklärte. Weilheimer Vereinen wie dem Obst- und Gartenbauverein oder den Limburger Wengertern bot sich eine Plattform, um über ihre Arbeit zu informieren und eigene Produkte vorzustellen.
Präsent waren auf dem Bertoldsplatz auch der Verein Plenum und das Landwirtschaftsamt Esslingen. Am Biosphärenmobil beispielsweise wies der Landkreis auf die vielfältigen Produkte und Möglichkeiten für den Tourismus in der Region hin. Schließlich hat die Schwäbische Alb neben Käse auch noch andere Leckereien wie die bekannten „Albleisen“ oder Streuobstwiesen zu bieten. Auch an die Kinder hatten die Organisatoren gedacht: Kleine Entdecker konnten sich bei einem informativen Quiz, in dem alle Sinne gefordert waren, austoben und sich im Melken einer Kuh versuchen.
Nach dem Bummel über den Markt nutzten zahlreiche Besucher das Angebot, sich unter den Kastanien vor der Weilheimer Peterskirche mit Kaffee und Kuchen verwöhnen zu lassen. Ganz in Ruhe konnten die Marktbesucher noch mal ihre Chili-, Bockshornklee- oder Ziegenkäsesorten begutachten.
