Kirchheim. „Täglich frisch zu kochen, schaffe ich nicht. Die Zeit lässt es einfach nicht zu“, sagt Erika Zechner aus Ohmden. Die 42-Jährige versucht zwar, ihren Mann, ihre drei Kinder und sich selbst so oft es geht mit einer frisch zubereiteten Mahlzeit zu verwöhnen. Weil sie aber an einigen Tagen in der Woche arbeitet und deshalb die Zeit zum Kochen oft nicht findet, greift sie ab und zu auf Eingefrorenes im heimischen Gefrierschrank zurück. „Wenn es schnell gehen muss, dann liegt dort etwas griffbereit, das man nur noch aufzuwärmen braucht.“ Fastfood oder Fertigprodukte kommen bei Erika Zechner aber nicht auf den Tisch, betont sie. „Selbst gekochtes Essen schmeckt viel besser. Außerdem sind Fertigprodukte teuer“, verdeutlicht die 42-Jährige, die in ihrem Garten Tomaten, Salat, Gurken, Kartoffeln und vieles mehr anbaut und sich deshalb schon auf die Gartensaison freut.
„Wenn ich solo wäre, dann würde ich nur Fertigprodukte essen“, räumt Günther Blum schmunzelnd ein. Der 58-jährige Owener freut sich deshalb darüber, dass seine Frau Tina Blum fast täglich mit frischen Zutaten ein ausgewogenes Abendessen zubereitet. Dabei legt die 56-Jährige Wert darauf, dass Gemüse auf dem Speiseplan steht. Beim Fleisch achtet sie darauf, dass es aus der Region stammt.
Täglich gekocht wird auch bei Leonid Milchert aus Kirchheim. Der 63-Jährige nimmt sich stets Zeit, zusammen mit seiner Frau ein frisches Mittagessen mit Zutaten aus der Region auf den Tisch zu zaubern. „Das Kochen mit meiner Frau macht sehr viel Spaß“, schwärmt der Kirchheimer. Auf den Teller kommt dabei zwei bis drei Mal in der Woche Fleisch, viel Gemüse und jeden Tag Salat. „In unserem Garten bauen wir neben Salat Zwiebeln und Knoblauch an. Außerdem haben wir Johannesbeersträucher sowie Apfel- und Kirschbäume.“ Der Inhalt von Dosen und „Fertigtüten“ landet im Hause Milchert hingegen nie in den Kochtöpfen. „Das ist viel zu ungesund.“
„Wenig Zeit“ zum Kochen findet indes Bert Ditrich aus Plochingen. „Ich hole mir mittags meistens Döner oder eine Pizzaschnitte auf die Schnelle“, erzählt der 36-Jährige, der berufstätig ist und drei Mal in der Woche abends die B-Jugend des TSV Ötlingen trainiert. „Aber an den Wochenenden wird dafür ausgiebig gekocht“, betont Bert Ditrich, bei dem dann viel Gemüse und Salat auf dem Speiseplan steht. „Denn davon habe ich unter der Woche kaum etwas.“
Auch Jutta Geier, die voll berufstätig ist, schafft es nicht, sich werktags ein leckeres Essen zu kochen. „Wenn ich abends nach Hause komme, dann will ich meine Zeit nicht am Herd und mit Abspülen verbringen“, unterstreicht Jutta Geier, die deshalb sonntagabends vorkocht. „Das Essen wird portioniert und im Kühlschrank aufbewahrt. Das reicht dann für die ganze Woche“, erklärt die 52-Jährige, die sich keineswegs daran stört, dass sie von Montag bis Freitag stets dasselbe Gericht auf den Teller bekommt. „Man kann das Essen ja abwandeln, indem man Salat oder ein kurz gebratenes Fleisch dazu isst“, findet die Wendlingerin, die sich samstag- und sonntagnachmittags die Zeit nimmt, um mit ausgewählten Bio-Produkten, viel Gemüse und Fleisch aus der Region frische Gerichte zuzubereiten.
Ähnlich hält es Cornelia Dürr aus Kirchheim: Auch die 51-jährige Vegetarierin kocht am Wochenende frisch – unter der Woche indes begnügt sie sich mit Kleinigkeiten. „Meistens hole ich mir etwas beim Bäcker oder esse Suppe“, erzählt die Kirchheimerin. „Es kommen schon Tage vor, an denen ich nicht warm esse. Daran habe ich mich aber gewöhnt. Denn die Zeit zum Kochen bleibt einfach nicht.“
