Ab kommenden Montag gilt am Alleenring wegen der Baustelle eine neue Verkehrsführung
Vorsicht Umleitung an der Krone

Jetzt wird‘s ernst: Ab kommenden Montag beginnen die ersten Arbeiten für den Krone-Kreisel am Kirchheimer Alleenring. Dazu ist eine Teilsperrung nötig.

Kirchheim. Am Montag wird sich der eine odere andere Autofahrer verdutzt die Augen reiben, wenn er von der Sperrung am Krone-Kreisel überrascht wird. Aus Richtung Martinskirche kommend heißt es rechts abbiegen in die Schülestraße oder den Alleenring meiden. Gekappt ist in der entgegensetzten Richtung die Verbindung Alleenstraße vom Alten Haus kommend in Richtung Jahn­straße – entlang der Schlossmauer besteht im ersten Bauabschnitt jedoch noch die Möglichkeit, den Alleenring wie gewohnt zu befahren.

Schon jetzt sind einige Veränderungen sichtbar. Nicht nur die alten Seminargebäude sind abgerissen, sondern auch das Haus direkt an der Ampel. Zudem sind Bäume gefällt worden. „Die Maßnahme ist im Zusammenhang mit dem Rahmenplan Herrschaftsgärten zu sehen“, erklärte Bürgermeister Günter Riemer bei einem Pressegespräch. Daraus habe sich die Platzgestaltung rund um die Krone entwickelt, zumal es sich dort um ein Sanierungsgebiet handelt. Dies ist deshalb für die Stadt attraktiv, da es in diesem Fall einen rund 60-prozentigen Landeszuschuss gibt.

Die Umgestaltung läutet auch ein Umdenken in der Kirchheimer Verkehrspolitik ein. Auf lange Sicht gesehen soll es auf dem Alleenring nur noch am Johannes-Busch-Gemeindehaus eine Ampel geben. „Sie hat eine Art Pförtnerfunktion“, begründet Günter Riemer die Entscheidung. Seit der Sperrung der unteren Max-­Eyth-Straße sei der Verkehr auf dem Alleenring deutlich zurückgegangen. „Es ist keine Durchgangsstraße mehr. Deshalb wird dort künftig Tempo 30 gelten“, so der Bürgermeister. Bei dem entschleunigten Verkehr könnten dann auch die Radfahrer „mitschwimmen“, weshalb keine separaten Radwege mehr notwendig sein werden. „Statt eines Stop and Go wird es ein geregeltes, gleichmäßiges und langsameres Fahren geben“, ist Geschäftskreisleiter Martin Zimmert überzeugt.

Von dem Bau des Kreisel erhofft sich die Stadtverwaltung einige Verbesserungen. Profitieren soll etwa der Lieferverkehr der Firma AK – abenteuerliches Rangieren soll dann der Vergangenheit angehören. Dafür wird der Innenkreisel seiner runden Form beraubt, um den Lkws ein Ausholen ermöglichen zu können. Das künftige Bauwerk wird einen Durchmesser von 32 Metern haben. Um ihn schön rund und eben gestalten zu können, wird eine Geländeauffüllungen unumgänglich sein. Wie des Kreisels Kern aussehen wird, steht noch nicht fest. Von Bepflanzung bis Kunstwerk ist alles denkbar.

Für den Kreisverkehr haben sich Verwaltung und Gemeinderat auch wegen des Busverkehrs entschieden. Regelmäßig blockieren sie am Bahnhof bei den S-Bahn-Ankunfts- und Abfahrtszeiten wegen ihrer Freischaltung den übrigen Verkehr. Das soll sich mit dem Kreisel entzerren, denn die Busse sollen über die Jahnstraße zügig die Bushaltestelle an der Martinskirche anfahren können.

Doch wer in einer Ecke eine Veränderung herbeiführt, bewegt das ganze System. Künftig biegen alle Verkehrsteilnehmer unterhalb der Krone ab. Wer die 14 in Längsrichtung ange­legten Parkplätze entlang des Schlossgrabens ansteuert, fährt diesen Abschnitt nach dem Umbau in die entgegengesetzte Richtung an. „Würde wir die Fahrtrichtung beibehalten, käme es zu der gleichen Einbiegesituation wie an der Grabenstetter Steige“, begründet Martin Zimmert die Entscheidung. Am Fuß der Steige ist es für die Linksabbieger in Richtung Oberlenningen schwierig, den Verkehr aus Richtung Gutenberg zu erkennen.

Der Winter wurde für die Planung und Ausschreibung gut genutzt. Die Firma Waggershauser wird am Montag mit der Einrichtung der Baustelle loslegen, und auch wegen der notwendigen Vermessungen greift die Sperrung. Anfang Juli soll der erste Abschnitt fertig sein, dann wechseln die Seiten, was auch Folgen für den Umleitungsverkehr hat. Eine Vollsperrung ist im September geplant. Dies soll jedoch noch in den Sommerferien über die Bühne gehen. „Wir wollen den Feinbelag am Stück ohne kalte Nähte aufbringen, um so Schadstellen vermeiden zu können“, erklärt Stephan Zabel vom Büro SW Ingenieure in Ludwigsburg. Dann wird die Straße zwischen Schloss und Krone in Angriff genommen. Wenn alles nach Plan läuft, soll die Maßnahme bis spätestens Mitte November fertig sein.

Die gerodeten Bäume werden ersetzt, an ihrer Stelle wird Ahorn gepflanzt. Wegen der Nähe zur Alleenschule – deren Eingangsbereich im Zuge der Umgestaltung ebenfalls eine Aufwertung erfahren soll – ist auch der Schulweg tangiert. Er soll über die Bauzeit so lang als möglich aufrechterhalten bleiben.

Die Verwaltung ist überzeugt, den Kostenrahmen einzuhalten. „Wir bewegen uns im Budget“, so Martin Zimmert. Die komplette Maßnahme wird nach heutigem Stand rund 900 000 Euro kosten. In der Summe enthalten sind auch die Kosten für Wasserleitung und Kanal.