Notzingen. „Ich halte wenig davon, die Wassergebühr für 2014 nicht zu erhöhen. Ich könnte nur schlecht damit leben – obwohl ich müsste. Spätestens nächstes Jahr würde ich wieder mit diesem Vorschlag kommen“, erklärte Kämmerer Sven Kebache.
Gewinn zu erwirtschaften war zunächst bei der Gründung des Eigenbetriebs Wasserversorgung, der vom Haushaltsplan der Gemeinde komplett abgekoppelt ist, nicht das Ziel. „Wenn wir null auf null rausgekommen sind, waren wir zufrieden. Doch jetzt sind wir vom Landratsamt dazu angehalten, einen angemessenen Betrag zu erwirtschaften“, führte der Kämmerer aus. Aus diesem Grund schlug er schon dem Ausschuss für Technik und Umwelt (ATU) vor, den Preis je Kubikmeter Wasser von 2 auf 2,05 Euro für die kommenden zwei Jahre zu erhöhen, was die Mitglieder jedoch ablehnten. „Wünschenswert wären jedoch 2,07 Euro“, sagte Sven Kebache. Als Grund nannte er die erneut höheren Bezugspreise und eine höhere Betriebskostenumlage für den Fremdwasserbezug von der Landeswasserversorgung.
Dieser Argumentation konnte Herbert Hiller folgen und so schlug er vor, den Kubikmeterpreis um sieben Cent zu erhöhen, um dann für die nächsten drei Jahre die leidige Diskussion vom Tisch zu haben. Diesen Ball nahm der Kämmerer gerne auf: „Dann würde ich 2,10 Euro vorschlagen, denn wir verkaufen unser Produkt – wenn man so vom wichtigen Lebensmittel Wasser sprechen will – zu billig. Die vergangenen drei Jahre haben wir nur Verlust erwirtschaftet.“
Die Erhöhung des Wasserpreises in Jahresetappen stören Helmut Langguth und Roland Böbel, da sich die Bevölkerung darüber zu Recht wundere. Hans-Joachim Heberling regte ferner an, die Fixkosten zu berechnen und dann in einem Grundbetrag festzulegen. „Die Grundversorgung hat jeder zu zahlen“, argumentierte er. Dem widersprach jedoch Rudolf Kiltz: „Wasser ist ein Gut, das jeder braucht. Wir müssen auch an die sozial schwachen Haushalte denken. Die Grundgebühr müsste in einem gewissen Maß gehalten werden.“
Schließlich einigte sich die Mehrheit des Notzinger Gemeinderats bei zwei Gegenstimmen darauf, 2,10 Euro je Kubikmeter Wasser für die Jahre 2014 und 2015 zu verlangen.