Schlierbacher Gemeinderat beschließt die Renovierung des undichten Schulpavillon-Dachs
Wasserschaden zwingt zum Handeln

Das Dach des Schulpavillons der Schlierbacher Grund- und Hauptschule ist undicht. Das Gebäude ist mittlerweile 30 Jahre alt, das Dach ist bereits mehrmals geflickt worden. Nun ist der Schaden so groß, dass eigentlich schnellstens saniert werden müsste.

Schlierbach. Nach einem heftigen Gewitterguss im vergangenen September passierte es: An der schwächsten Stelle des Flachdachs drang an einer Lichtkuppel Wasser ein und überschwemmte das Gebäude. Zwar ist der Schaden mittlerweile notdürftig behoben worden, sodass derzeit kein Wasser mehr eindringt. Allerdings ist eine Sanierung des Dachs nun unumgänglich geworden, sagte Bürgermeister Paul Schmid in der jüngsten Schlierbacher Gemeinderatssitzung.

„Die Dämmung ist aller Wahrscheinlichkeit nach nass und sowieso mit fünf Zentimetern nicht wirklich vorhanden“, so der Bürgermeister. Die Gemeindeverwaltung hat mittlerweile auch ein erstes Angebot für die Dachsanierung vorliegen, das sich auf rund 57 000 Euro beläuft. Als weiteres Problem kommt noch die auf dem Dach installierte Photovoltaikanlage hinzu, die für rund 6 000 Euro abgebaut, gelagert und wieder aufgebaut werden muss, um das Dach sanieren zu können. Insgesamt rechnet die Gemeindeverwaltung mit Kosten in Höhe von rund 75 000 Euro, da noch weitere Kosten, etwa für das Gerüst, Elektroinstallationen und andere kleinere Arbeiten hinzukommen würden. Bürgermeister Schmid regte an, im Zuge der Dachsanierung auch die Wärmedämmung auf den heutigen Standard zu bringen.

Folgerichtig lautete der Beschlussvorschlag der Gemeindeverwaltung, die notwendigen Mittel bereits jetzt in den Haushaltsplan 2013 einzustellen. Die Verwaltung soll beauftragt werden, die Arbeiten noch in diesem Jahr auszuschreiben, um recht bald im neuen Jahr die Dachsanierung durchführen zu können.

Das Ratsrund zeigte sich ob des weiteren Vorgehens gespalten. Kurt Moll (CDU) setzte hinter den zukünftigen Raumbedarf der Grund- und Hauptschule ein dickes Fragezeichen. „In der ganzen Schulgeschichte ist viel in der Schwebe, und wir wissen ja gar nicht, wohin die bildungspolitische Reise gehen wird“, sagte Moll, der die Sanierung prinzipiell für richtig hält, aber vor einem Schnellschuss warnte. Moll befürchtete einen Schildbürgerstreich: „Das Dach wird nächstes Jahr saniert und übernächstes Jahr brauchen wir den Pavillon nicht mehr?“ Das sei sicherlich überspitzt formuliert, aber diese Frage müsse gestellt werden. Auch sein Fraktionskollege Marco Emmert konnte sich dieser Argumentation nicht ganz verschließen. „Es geht hier immerhin um 75 000 Euro – gibt es keine kostengünstigere Lösung?“, wollte Emmert wissen.

Ralf Dreizler von den Freien Wählern konnte diese Problematik durchaus nachvollziehen. Allerdings war er wie seine Fraktionskollegen der Meinung, dass der Pavillon auch in Zukunft gebraucht wird. „Wir würden den Pavillon ja nicht leer stehen lassen, nur weil ihn die Schule vielleicht irgendwann einmal nicht mehr braucht.“ Auch Jörn Feldsieper sprach sich für eine Sanierung aus. Von der Bildungspolitik wollte er seine Entscheidung nicht abhängig machen: „Prognosen in der Bildungspolitik sind derzeit Kaffeesatzleserei“, so sein Standpunkt.

Timo Beier plädierte für einen pragmatischen Ansatz: „Wenn wir ausschreiben, müssen wir ja nicht zwangsläufig vergeben“, plädierte Beier für den Verwaltungsvorschlag. Außerdem stünden bei einer zeitigen Ausschreibung die Chancen auf günstigere Preise besser.

Letztendlich beschloss der Gemeinderat mehrheitlich bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen, zunächst 75 000 Euro in den Haushaltsplan 2013 für die Dachsanierung einzustellen und die notwendigen Arbeiten noch in diesem Jahr auszuschreiben.