Kirchheim. Mit zahlreichen Gästen begann David Gerber die Eröffnungsfeierlichkeiten im Geschäft in der Marktstraße. Dort wies der Gärtnereiinhaber mit einleitenden Worten auf die Thematik der Ausstellung hin. Es gehe darum, die Natur in Szene zu setzen und mit handwerklichen Methoden die ihr gegebenen Strukturen kunstvoll herauszuarbeiten und zu interpretieren. Dass ihm und seinen Mitarbeitern dies wirklich gelungen ist, kann man bereits an den Werkstücken sehen, die in dem Geschäft ausgestellt sind.
Auch Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker wies in ihrem Grußwort auf den Balanceakt zwischen Kunst und Handwerk hin, den die Gärtnerei Gerber seit Jahren schafft. Mit ihren Blumenkunstwerken mache sie den Standort Kirchheim auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Musikalisch untermalt wurde die Eröffnung von sanften Jazzklängen, bevor es zum „alten Teckbotengebäude“ ging.
Voller Spannung warteten die Besucher an dem kühlen Novemberabend darauf, dass Angelika Matt-Heidecker eine große rote Schleife feierlich zerschnitt und der Weg durch eine alte hölzerne Tür in das Weihnachtshaus freigegeben war. Geleitet von roten Teppichbahnen wurden die Gäste durch die 16 thematisch gestalteten Zimmer des historischen Gebäudes geführt.
Noch bis zum 7. Dezember erwarten die Besucher unter anderem „weiße Träume“. Dies ist ein fulminanter Auftakt der Ausstellung: Unter Schwarzlicht fluoreszieren weiß lackierte Bäume und lassen den Raum wie einen Märchenwald wirken. Weiße Nelken, die in Reagenzgläsern an der Zimmerwand arrangiert sind, runden diesen Eindruck ab.
Jeder Raum besitzt eine eigene Stimmung, Charakteristik und Farbkomposition, wobei die klassischen Adventsfarben rot, gold, grün und silber dominieren. Passend zur Weihnachtszeit gibt es unter den handwerklich sehr aufwendig gearbeiteten Stücken vor allem Adventskränze, Gestecke und Kerzenarrangements. Die dabei verwendeten Materialen umfassen ein weiteres Spektrum natürlicher Materialien wie Kiefernnadeln und Baumzapfen, aber auch Schiefer, Teakholz und Schlangenhaut. Vollständig durchgefärbte, von Hand gegossene Kerzen, zieren viele der Werkstücke.
Ein weiteres Highlight der Ausstellung befindet sich unter dem Dach des Hauses: der „Weihnachtsmarkt“ der Ausstellung. Zehn ungeschmückte Tannenbäume und brennende Kerzen gaben diesem Raum eine ganz eigene weihnachtliche Stimmung. Dies entspricht Gerbers Motto „Reduktion auf das Wesentliche“.
Genauere Informationen etwa zum Herstellungsprozess von einzelnen Ausstellungsstücken konnte man am Eröffnungsabend aus erster Hand erfahren. So berichtete David Gerber auch, dass die Gärtnerei das „alte Teckbodengebäude“ für zwei Monate angemietet habe. Seit ersten November waren fleißige Mitarbeiter und Helfer damit beschäftigt, aus dem Gebäude in der Alleenstraße, das die vergangenen zehn Jahre leer gestanden hatte, ein Weihnachtsparadies zu machen. Die vergangenen zwei Wochen waren besonders intensiv, sodass die eigentliche Gärtnerei nur auf Sparflamme betrieben werden konnte. Die eine oder andere Wand musste gestrichen und rote Teppichbahnen quer durchs Haus gelegt werden, noch dazu sollten unzählige Blüten arrangiert werden. Um die Werkstücke in voller Schönheit zu präsentieren, konnte dies natürlich nicht im Voraus geschehen.
In den nächsten beiden Wochen können alle Exponate käuflich erworben werden.