Kirchheim. Zwei Leitlinien sieht Bürgermeister Günter Riemer im Energiebericht, der jetzt turnusgemäß dem Technischen Ausschuss des Gemeinderates vorgelegt wurde: Zum einen sei es erfreulich, dass die Energieverbrauchswerte tendenziell nach unten gingen. Zum anderen sei der Energiebericht längst auf dem besten Weg, eine Art „Gebäudewirtschaftsbericht“ zu werden, denn seine Erkenntnisse gehen über das rein Energetische hinaus.
Die Ausgaben für Strom und Heizstrom sind im vergangenen Jahr nur leicht gestiegen, etwas stärker dagegen diejenigen für Heizöl. Wie Hochbauamtsleiter Wolfgang Zimmer ausführte, will die Stadt mehr und mehr von Öl und Heizstrom wegkommen, setzt sie doch zunehmend auf Gas und innovative Energiekonzepte. Deutlich gesunken sind die Ausgaben für Gas. Dies begründete Zimmer vor allem mit der „Bündelausschreibung“ im Verbund mit anderen Gemeinden, die günstige Konditionen möglich macht.
Der Heizwärmeverbrauch für städtische Gebäude ist gegenüber dem Vorjahr um 3,2 Prozent zurückgegangen. Er hat mit 15,6 Millionen Kilowattstunden im Jahr 2012 den niedrigsten Stand seit Einführung der jährlichen Energieberichte erreicht. Da die städtischen Gebäude immer länger genutzt werden, etwa infolge der umfassenderen Kinderbetreuung, ist dies beachtlich. Die längeren Betriebszeiten wirken sich natürlich auch auf den Stromverbrauch aus, der nur um 0,27 Prozent reduziert werden konnte. „Der fast unweigerliche Anstieg des Stromverbrauchs wurde hier immerhin gebremst“, bilanzierte Marcus Miller, der Energiebeauftragte der Stadt. Eingespart werden kann zukünftig vor allem bei der Straßenbeleuchtung, denn alte Leuchten werden im Sanierungsfall durch LED-Technik ersetzt. Derzeit wird die Erneuerung der Straßenbeleuchtung auf dem Schafhof fortgesetzt, im Jahr 2014 ist unter anderem die Bachstraße in Ötlingen dran.
Unter den zahlreichen aktuellen Maßnahmen, die weitere Einsparungen erbringen sollen, nannte Wolfgang Zimmer beispielhaft den Ersatz der 34 Jahre alten Elektrokesselanlage des Schlossgymnasiums durch ein Blockheizkraftwerk mit Abwasser-Wärmepumpe und Gas-Spitzenlastkessel. Außerdem läuft die energetische Sanierung der Raunerschule. Für den Neubau der Naberner Gießnauhalle liegt ein innovatives Energiekonzept vor.
Zu den langfristig geplanten Maßnahmen gehört unter anderem eine Beleuchtungssteuerung in Sporthallen. Dort leuchtet das Licht oft unnötigerweise, auch wenn sich niemand etwa in den Umkleidekabinen aufhält. Die Nutzer zu sensibilisieren, scheint den Fachleuten weniger vielversprechend als der Einsatz technischer Lösungen.
Im Gemeinderat wurde der Energiebericht mit großem Interesse aufgenommen. Etliche Räte bekundeten Interesse an weiteren Informationen, beispielsweise an einer Darstellung exakter Amortisationsfristen für einzelne Sanierungsmaßnahmen. Vor weiteren Berichten warnte allerdings Bürgermeister Günter Riemer vehement unter Verweis auf die Personalsituation der Stadt: Der Einsatz, den der Energiebeauftragte für zusätzliche Berichte erbringen müsste, solle lieber konkreten Energiesparmaßnahmen zugute kommen.