Schloßcafé-Treffen bei „Hemme“ war ein voller Erfolg – Anreise selbst aus Lanzarote
Wie in alten Zeiten

Kirchheim. „Charly“ Hoyler kann es kaum glauben. Das „Lackaffen“-Treffen sprengte das Fassungsvermögen von Hermann „Hemme“ Scheus Nebenzimmer im „Panorama“ bei Weitem. „Des isch aus älle Näht platzt.“ Von überall her kamen


die „Mädla ond Kerle“ von damals, jetzt gestandene Omas und Opas, um in alten Schloßcafé-Zeiten zu schwelgen.

Aus Aachen, Heilbronn, Stuttgart und Esslingen visierten sie die Teckstadt an. „Ond was dr Hammr isch“, in Lanzarote bestieg Klaus Piesch, seines Zeichens exklusiver Immobilien- und Häusermakler der kanarischen Vulkaninsel, den Flieger mit Ziel Stuttgart-Echterdingen. Er landete zwar etwas spät, weil er den Umweg über Madrid nehmen musste. Doch das „Lackaffen“-Treffen ließ er sich nicht nehmen, war er doch zur Schloßcafé-Ära bekannt wie ein bunter Hund.

Und auch die hübsche Wanda war da. 1967 stand sie in der „Schnellen“ im Raum vor dem Café und verkaufte die ersten Pommes über die Straße. Das Hallo war riesig.

Viele Disco-Gänger zu jener Zeit, als das Schloßcafé unter Discjockey Harry den Guinnessbuch-Rekord im Schallplattenauflegen aufstellte, riefen bei „Charly“ Hoyler an und entschuldigten sich, darunter auch Walter Dietrich von Ski-Dietrich. Schade, sie verpassten einen Abend, der allen Beteiligten unvergessen bleiben wird. An die Wand wurden die „Lords“ gebeamt und dazu lief ihr „Poor Boy“. Fotos aus einem vergangenen Kirchheim weckten jugendliche Erinnerungen: Bilder vom Roßmarkt und der DEA-Tankstelle, Bilder von den Kirchheimer Kinos, von den Bürger­seen der 60er und vom Fußballspiel Schloßcafé gegen Bären-Mannschaft, wobei bei Letzterer „Libero“, der Germania-Wirt, mitkickte.

Dass im Schloßcafé damals Ehen geschmiedet wurden, ist keine Sage. Zehn dieser Ehepaare – sie sind immer noch glücklich verheiratet – feierten im „Panorama“ nochmals die Zeit ihres Kennenlernens. Freilich gab es auch jene, die sich beim „Lackaffen“-Treffen wehmütig eingestehen mussten: „Es hat nicht sollen sein.“

Jedenfalls floss an dem Abend bei so manchem „Mädle“ und so manchem „Kerle“ die eine oder andere Träne der Rührung, der Begeisterung und der Wiedersehensfreude. Und beim „Ade“-Sagen gab‘s das Versprechen: „In zwei Jahren treffen wir uns wieder beim Hemme.“ Denn es war „gnadenlos schee“.