Nach mehreren nichtöffentlichen Diskussionen entschied sich der Notzinger Gemeinderat einstimmig, das nächste Neubaugebiet von einer Firma umsetzen zu lassen.
Iris Häfner
Notzingen. Bislang war es in Notzingen üblich, dass die Gemeinde alle Plätze in einem Neubaugebiet aufkauft. Wer von den Besitzern Interesse an einem Bauplatz hatte, bekam ihn dann später zugeteilt. „60 bis 70 Prozent der Fläche blieben im Eigentum der Gemeinde“, erklärte Bürgermeister Sven Haumacher.
Nun besteht seit Jahren die Möglichkeit, ein Neubaugebiet mit dem „Instrument des städtebaulichen Vertrags“ zu realisieren. Dies bedeutet nichts anderes, als dass die Gemeinde diese Aufgabe einer Firma überlässt. „Bei diesem Verfahren fallen beispielsweise keine Grunderwerbsteuer und keine Vorfinanzierungskosten der Gemeinde beim Erwerb der Grundstücke an. Notzingen profitiert finanziell dadurch“, so der Schultes. Weitere Vorteile: Die Verwaltung wird entlastet und weil Profis am Werk sind geht das Verfahren schneller über die Bühne.
„Wir sollten einen Knopf an die Sache machen“, sagte Herbert Hiller, der das neue Verfahren für sinnvoll hält. Wichtig sei jedoch für die Eigentümer der Grundstücke, dass sie weiterhin nicht bei der Zuteilung benachteiligt werden. Ferner kann er mit gutem Gewissen zustimmen, die Kirchheimer Firma Geoteck für diese Aufgabe zu beauftragen. Ins gleiche Horn blies Hans Prell, da die Gemeinde immer mehr Aufgaben – etwa die Umsetzung des neuen Haushaltsrechts oder die Kinderbetreuung – übernimmt. „Wir müssen daher schauen, dass die Verwaltung nicht überlastet wird“, so sein Argument.
Hans-Joachim Heberling stimmt der Änderung grundsätzlich zu, sagte aber: „Mir ist wichtig: Die Kriterien bleiben, wie sie in der Vergangenheit waren – um nicht wieder solch einen Wildwuchs aufkommen zu lassen, der schon mal da war.“
Der Gemeinderat beschloss einstimmig, ein künftiges Wohngebiet mit den Instrumenten des städtebaulichen Vertrags zu realisieren. Mit der Umsetzung wird die Firma Geoteck beauftragt.
