Minister Schmid verleiht Wirtschaftsmedaillen für herausragende berufliche und unternehmerische Leistungen
„Wir brauchen solche Vorbilder“

Für herausragende berufliche und unternehmerische Leistungen hat Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid die Wirtschaftsmedaille an 14 Persönlichkeiten und zwei Unternehmen verliehen.

Stuttgart. Unter den Ausgezeichneten sind auch der Kirchheimer Reinhardt Ritter, Technikchef der Elektrofahrzeuge Schwaben GmbH in Zell, und der langjährige Erste Bevollmächtige der IG Metall Esslingen, Helmut Hartmann aus Nürtingen.

Reinhardt Ritter entwickelt innovative und flexible Elektromobilitätskonzepte, die markenunabhängig und auch in gebrauchten Fahrzeugen einsetzbar sind. So hat das Unternehmen beispielsweise einen emissionsfreien Elektromotor in einen gebrauchten Transporter eines Kirchheimer Gemüsehändlers eingebaut. Dadurch kann der Mittelständler trotz Umweltzone mit diesem Transporter weiterhin zum Stuttgarter Großmarkt fahren. Dieser Einsatz in älteren und damit weniger umweltfreundlichen Fahrzeugen hat Minister Schmid besonders beeindruckt: „Sie schenken diesen Fahrzeugen damit quasi ein zweites, ein nachhaltiges Leben. Das ist nicht nur unter ökologischen und volkswirtschaftlichen Aspekten, sondern in den meisten Fällen auch aus ökonomischer Sicht sinnvoll.“ Hinter diesem Ansatz, so Schmid, verberge sich eine große ingenieurtechnische Leistung. „Sie leben unsere Vision von einem Umbau der baden-württembergischen Wirtschaft auf nachhaltige Technologien. Baden-Württemberg braucht Pioniere wie Sie, um den Wandel vom Automobilland zum nachhaltigen Mobilitätsland zu bewältigen.“ Im Einsatz ist die Technik des Zeller Unternehmens auch bei Großunternehmen wie dem Paketdienst UPS.

Auch der Nürtinger Helmut Hartmann gehört für Nils Schmid zu Vorbildern, die Baden-Württemberg voranbringen. Hartmann war viele Jahre Betriebsratsvorsitzender bei Cross Europa (später Giddings und Lewis) in Wendlingen und dann neun Jahre lang Erster Bevollmächtigter der IG Metall im Kreis Esslingen.

Dabei sei ihm die Vertretung der Interessen der Arbeitnehmer und die Verbesserung der Strukturen auf dem Arbeitsmarkt immer ein Herzensanliegen gewesen, das er mit viel Engagement, aber auch Augenmaß vertreten habe. Bei allem Einsatz für die Interessen der Beschäftigten habe er auch die Belange der Wirtschaft nicht aus dem Auge verloren, sagte Schmid

Zu den Top-Themen Hartmanns zähle neben dem lebenslangen Lernen und der Weiterqualifizierung der Arbeitnehmer auch die Wirtschaftsförderung. Dafür mache sich der Nürtinger nicht zuletzt auch in seiner Eigenschaft als SPD-Regionalrat stark. In der Wirtschaftsfördergesellschaft der Region gehöre er zum Beispiel der Arbeitsgruppe Beschäftigungspolitik an.

Als Aufsichtsrat der Bio-Regio Stern habe sich Hartmann, der ehrenamtlich auch im Bezirksrat der AOK Neckar-Fils mitwirkt, zudem intensiv für die Belange der Biotechnologie eingesetzt. Die beruflichen und ehrenamtlichen Leistungen des altgedienten Gewerkschafters könnten sich wahrlich sehen lassen – und die Wirtschaftsmedaille des Ländles sei die verdiente Anerkennung dafür, sagte Schmid.pm/nz