Mädels, die Frauen-WM lassen wir uns nicht miesmachen von vermeintlichen Fußballfachmännern und Besserwissern, die dem weiblichen Geschlecht pauschal bescheinigen, nichts vom Fußball zu verstehen.
Pfeifendeckel! Was wir schon erlebt haben als Fußballerbräute und Fußballermütter, das ist durch nichts zu toppen: Planloses Geholze sogenannter „Aktiver“ auf dem örtlichen Fußballacker . . . wir haben brav applaudiert und motiviert, Saison für Saison. Unterdessen haben wir uns am Spielfeldrand zu Tode gelangweilt, bestenfalls Rezepte getauscht. Spielerisches Niveau? Naja. Brutalität ersetzt oft Spielwitz. Ganz ehrlich: Schlimmer kann‘s in den kommenden vier Wochen gar nicht kommen.
Zu Hause ist‘s nicht besser: WMs und EMs (der Männer, versteht sich!) verbringen Göttergatten, innerfamiliäre Fußballveteranen und der hoffnungsvolle Nachwuchs vor der Glotze, den Blick auf das oft einfallslose Hin und Her satter kickender Millionäre gerichtet. „Das Runde muss ins Eckige“, kommentiert ihr unser verständnisloses Kopfschütteln mitunter grinsend, während wir nur mit Blick auf euren wachsenden Bauchumfang wahrnehmen, dass das Runde eben mal wieder vor dem Eckigen sitzt.
Immerhin: In all den Jahren haben wir viel gelernt. Vorträge über „Abseitsfallen“ kann „Mann“ sich heute sparen. Und für junge Mädels liegt die Anmeldung in den örtlichen Fußballverein genauso nahe wie für deren Großmütter einst die Teilnahme am Kochkurs. Deshalb freuen wir uns auf die Frauen-WM. Wir freuen uns darauf, mit Prosecco auf den Fußball anzustoßen. Wir freuen uns auf fidele Frauenrunden, auf Spielfreude und Taktik. Wir freuen uns übrigens auch über jeden Mann, der mitfeiert.
Die dauernde Miesmacherei kommt uns nämlich vor wie das Pfeifen im Walde. Denn längst ist klar: Wir können alles, sogar Fußball!
