In der neuen Dauerausstellung im Naturschutzzentrum darf der Besucher selbst aktiv werden
Wissen auf Knopfdruck

Das Naturschutzzentrum Schopflocher Alb präsentiert sich nach einjähriger Umbauphase größer und moderner als je zuvor. Ab Sonntag, 1. Mai, können Besucher dort erfahren, was der Albtrauf zu bieten hat. Vor allem Familien mit Kindern kommen auf ihre Kosten.

Lenningen. Wie entsteht ein Moor? Was ist eine Doline? Und welche Rolle spielen Schafe auf der Schwäbischen Alb? In der neuen Dauerausstellung des Naturschutzzentrums Schopflocher Alb erfährt man allerhand Wissenswertes über den Nordrand des Biosphärengebiets. Der Besucher geht am Modell des Albtraufs entlang und wird dabei selbst aktiv. Auf Knopfdruck fährt zum Beispiel ein Modell heraus, das verdeutlicht, wie eine Doline entsteht. Wer die Wasserpumpe betätigt, kann anschließend dabei zusehen, wie das Wasser durchs Karstgestein rinnt. An weiteren Stationen gilt es, Vogelstimmen und Düfte heimischer Obstblüten zu erraten. Und in einer Höhle werden die Kleinen zu Höhlenforschern.

„Wir wollen, dass die Besucher mit allen Sinnen den Albtrauf er­leben“, erklärte der Leiter des Naturschutzzentrums Dr. Wolfgang Wohnhas das neue moderne Konzept, das von einer Firma aus Erlangen realisiert wurde. Die alte Dauerausstellung war in die Jahre gekommen und zog zuletzt immer weniger Besucher an. „Wir hoffen, dass sich viele Menschen für die neue Ausstellung interessieren“, so Wohnhas.

Das interaktive Modell ist nur eine Neuerung im Naturschutzzent­rum, das binnen einen Jahres für 1,8 Millionen Euro umgekrempelt, energetisch saniert und um 270 Quadratmeter erweitert wurde. Der Landkreis übernahm mit einer Million Euro den größten Batzen, der Rest wurde aus Landesmitteln finanziert. Ein Teil wurde in die ­energetische Sanierung des Gebäudes und in Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz gesteckt. Durch die Toiletten spült nun Regenwasser, eine Fotovoltaik­anlage erzeugt Strom und eine Pelletsheizung sorgt für Wärme. Ab dem 2. Juli gibt es im Naturschutzzentrum außerdem eine Elektro­tankstelle und acht Pedelecs. Vor dem Neubau liegt ein Steingarten, auf dem ein Magerrasen entstehen soll. Das Dach des Naturschutzzent­rums wurde von Studenten der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen begrünt. Zudem ist das gesamte Naturschutzzentrum mittlerweile barrierefrei.

Auch bei der Wahl der Materialien stand der Umweltschutz im Vordergrund. Steine und Holz, die beim Anbau verwendet wurden, stammen von der Alb. „Wir wollten Transportkosten vermeiden und zeigen, welche Schätze es hier gibt“, sagte der stellvertretende Landrat Matthias Berg. Außerdem habe man sich überlegt, welche architektonische Form in die Landschaft passe. Mit dem Anbau, der sich wie eine Steinscholle aus der Landschaft hervorschiebt, ist Berg sehr zufrieden.

Neu ist außerdem das Biosphärenlädle, in dem Erzeuger aus dem gesamten Biosphärengebiet ihre Produkte verkaufen. Bei kühlem Wetter können Besucher im Lädle einen Kaffee trinken, bei gutem Wetter kann man draußen sitzen. Neu gestaltet wurde auch der Eingangsbereich des Naturschutzzentrums, das künftig auch Touristen, die das Biosphärengebiet besuchen, als Informationszentrum dienen soll. Dort kann man sich mit Broschüren, Büchern und Postkarten eindecken. Der Kinderbereich wurde ebenfalls erneuert.

Dort, wo früher die Dauerausstellung untergebracht war, ist jetzt ein Multifunktionsraum, in dem bis zu 100 Menschen Platz haben. Aktuell läuft dort ein Film über den Albtrauf. Der Raum kann aber auch für Vorträge, Ausstellungseröffnungen und Sonderausstellungen genutzt werden.

Info

Das Naturschutzzentrum Schopflocher Alb ist ab Sonntag, 1. Mai, wieder geöffnet. Der Eintritt ist frei. Offizielle Eröffnung mit Festakt ist am Samstag, 2. Juli.