Tipps, wie Silvestervorsätze zum Erfolg führen können
Wozu die ganze Plackerei?

Heute knallen die Korken, das alte Jahr wird verabschiedet, das neue begrüßt. Zu keiner Zeit werden so viele Vorsätze gefasst wie in der Silvesternacht. Stress abbauen und mehr Zeit für die Familie haben steht laut Forsa-Institut ganz oben auf der Liste. Nicht mehr rauchen, abnehmen, mehr Sport treiben sind ebenfalls Spitzenreiter. Doch was wird daraus?

Irene Strifler

Kirchheim. Coach Sibylle Teschner aus Göppingen, auch in Kirchheim und dem Kreis Esslingen durch Vorträge bekannt, kennt das Problem: Der innere Schweinehund droht so manches Vorhaben zu vereiteln.

„Ja, aber . . .“ antwortet die Trainerin auf die Frage, ob gute Vorsätze an Silvester überhaupt eine sinnvolle Sache sind. Als sinnvoll gelten sie im Nachhinein meist nur dann, wenn sie Silvester überlebt haben. Um die Erfolgschancen zu erhöhen, empfiehlt Teschner, die „SMART“-Regel zu befolgen: Die Abkürzung steht für spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert. Dazu gibt die Fachfrau, die seit zehn Jahren eine eigene Praxis hat, ein Beispiel. Sie greift auf den weit verbreiteten Abnehmwunsch zurück: Spezifisch bedeutet, dass das Ziel so konkret wie möglich formuliert werden sollte, also nicht: „Ich will schlanker werden“, sondern „ich werde bis März drei Kilogramm abnehmen.“ Für Messbarkeit sorgt die Waage, die unbestechlich ist. Attraktiv oder aktionsorientiert ist die Visualisierung des Zieles, also: „Meine Lieblingsjeans passt wieder und mein Körper fühlt sich fit.“ Realistisch sollte das Ziel sein, also auch wirklich erreichbar. Lieber weniger als mehr Kilos Gewichtsverlust einplanen, rät Teschner. Ein Termin, also ein Zieldatum, mache außerdem die Umsetzung wahrscheinlicher.

Die Trainerin weiß aus täglicher Praxis sehr wohl, dass es Menschen gibt, die ihre Silvestervorsätze umsetzen und Menschen, die schnell wieder in den alten Trott zurückkehren. Erstere verfügen über Entschlusskraft und machen sich den Grundgedanken zu eigen, ihres eigenen Glückes Schmied zu sein. Bei vielen anderen fehle der Glaube an sich selbst und das eigene Vermögen.

Um die Chance auf eine Umsetzung der Silvestervorsätze zu erhöhen, hat Sibylle Teschner noch ein paar Tipps auf Lager. Sie empfiehlt beispielsweise, das Vorankommen mindestens alle zwei Wochen zu überprüfen: „Führen Sie ein Tagebuch, erzählen Sie möglichst vielen Freunden und Nahestehenden von ihren Zielen“, rät sie. Auch ein persönlicher Coach biete sich als Mutmacher an. Das kann ein selbst ernannter „Privatcoach“ aus der eigenen Familie oder dem eigenen Bekanntenkreis sein, vielleicht die beste Freundin. Wichtig sei auf jeden Fall, stets davon zu sprechen, was man erreichen wolle und werde, und nicht davon, was man nicht mehr wolle. „Das erhöht die Anziehungskraft des Zieles und zugleich seine Attraktivität.“

„Grundsätzlich ist es immer wichtig, sich Rückschläge auch zu verzeihen und nicht zu hart mit sich selbst zu sein“, betont Sibylle Teschner. Möglicherweise führt dies zur Erkenntnis, dass das Ziel zu ehrgeizig gewählt war. Weiter plädiert die Trainerin für das Belohnungssystem. Man brauche etwas auf dem Weg zum Ziel, das das Herz beflügle und die Seele erhebt, sonst frage man sich nur „Wozu die ganze Plackerei?“.

Sibylle Teschner selbst ist übrigens mit bei der breiten Masse derer, die heute Abend gute Vorsätze fassen. Allerdings betont sie, diese „Zwischenstopps inklusive Resümee und Ausblick“ sogar mehrmals im Jahr zu machen. Ihr nächstliegender Plan ist eine Entschlackungskur auf allen Ebenen, also Körper und Seele umfassend.