Am 27. März spricht Friedrich Schorlemmer in der Kirchheimer Martinskirche über den Wert der Werte
Zählende Werte lassen sich nicht so einfach zählen

Die „Werte“-Reihe der Stiftung
Martinskirche findet Ende März
ihre Fortsetzung. Als prominenten Redner haben die Organisatoren den Theologen und Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer gewonnen. Sein programmatisches Thema lautet: „Was zählt, lässt sich nicht zählen.“

Andreas Volz

Kirchheim. Um „Werte, Ethik und erfolgreiches Wirtschaften“ geht es in der Vortragsreihe der Kirchheimer Martinskirchenstiftung. Mit Ethik und Werten – aber eher mit den immateriellen Werten – wird die Kirche stets verbunden. Beim erfolgreichen Wirtschaften dagegen denkt wohl kaum jemand sofort an die Kirche, obwohl natürlich auch die Kirche erfolgreich wirtschaften muss.

„Unser Thema ,Ethik und Wirtschaft‘ muss nicht immer mit der Kirche zusammenhängen“, sagt Matthias Bankwitz, Stiftungsratsmitglied und Initiator der Reihe. Zu Werten hätten ganz unterschiedliche Leute etwas zu sagen. Ein Wert, der sich nicht beziffern lässt, sei beispielsweise die Nachhaltigkeit. Unter anderem aus Gründen der Nachhaltigkeit handle es sich bei der Ethik-Reihe der Martinskirchenstiftung nicht um eine Einzelaktion, sondern um ein jährlich wiederkehrendes Ereignis – mit dem Ziel, durch die Einnahmen das Stiftungsvermögen zu steigern.

„Nachhaltigkeit“ war beim Pressegespräch im Vorfeld des Vortrags auch das Stichwort für Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker, die an das Kirchheimer CSR-Projekt erinnerte, bei dem es um die Verantwortung von Unternehmen gehe – für ihre Belegschaft ebenso wie für ihre Produkte. Nachhaltig setze sich auch die Stadt Kirchheim für die Martinskirche ein, die „nicht nur ein Symbol, sondern sogar das Symbol Kirchheims“ sei. „Selbstverständlich“ habe der Gemeinderat ohne große Diskussion den Zuschuss von 270 000 Euro für die aktuelle Dachsanierung der Kirche bewilligt. Auch die Oberbürgermeisterin sieht die Wertediskussion nicht nur als Kirchenthema, sondern als eines, das die ganze Gesellschaft angeht: „Das verbindet Kirche und Kommune – sie brauchen Grundlagen.“  Wichtig sei, dass sich die Kirche öffnet und erlebbar wird.

Dekanin Renate Kath sieht den Vorteil der Kirche als Ort darin, „dass man ein anderer sein kann, nicht definiert durch Schönheit oder Geldbeutel. Da kann ich einkehren mit mir und meinen Gedanken.“

Wer zu den Gedanken des einstigen DDR-Bürgerrechtlers Friedrich Schorlemmer in der Martinskirche einkehren will, hat dazu am Donnerstag, 27. März, Gelegenheit. Beginn ist um 19.30 Uhr, Einlass ab 18.30 Uhr. Die Eintrittskarten, die es im Vorverkauf unter anderem im Zentralen Gemeindebüro im Dekanat oder in der Kirchheim-Info im Max-Eyth-Haus gibt, berechtigen auch zur Teilnahme am Sektumtrunk im Anschluss. Das ist also ein zusätzlicher Wert, der sich möglicherweise sogar zählen lässt.