proDente. Mit dem Älterwerden verändert sich auch die Zahngesundheit: Zähne nutzen sich ab, die Schmelzschicht wird dünner, das Zahnfleisch zieht sich zurück. Gleichzeitig wird das tägliche Putzen oft schwieriger. Mundhygiene ist der Schlüssel für gesunde Zähne bis ins hohe Alter, aber auch für die Allgemeingesundheit.
Die Sechste Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS • 6) zeigt: Senioren haben heute deutlich mehr eigene Zähne als früher. Nur noch rund fünf Prozent der 65- bis 74-Jährigen sind zahnlos. Ein klarer Fortschritt im Vergleich zu früheren Generationen. Prof. Dr. Ina Nitschke, Spezialistin für Seniorenzahnmedizin am Universitätsklinikum Leipzig und Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Alterszahnmedizin (DGAZ), betont: „Zähneputzen darf im Alter keine Nebensache sein. Gesunde Zähne und gesundes Zahnfleisch bedeuten Lebensqualität und sind wichtig für die gesamte Gesundheit.“
Zahnpflege hält gesund
Eine unzureichende Zahnpflege verändert die Mundflora. Wurzelkaries und Parodontitis nehmen im Alter zu. Das Risiko für Entzündungen steigt. Bakterien können in den Blutkreislauf gelangen und andere Organe belasten. Mögliche Folgen sind Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen sowie Diabetes. Zunehmende Mundtrockenheit begünstigt diese Probleme.
Unterstützung bei Pflegebedarf
Etwa ein Drittel der pflegebedürftigen Senioren kann die eigene Mundhygiene nicht mehr selbst bewältigen. Angehörige und Pflegekräfte sind gefragt. Die professionelle Reinigung im Dentallabor ist eine sinnvolle Ergänzung. Wertvolle Tipps für die Mundpflege (Zähne, Zahnhalteapparat, Zunge, Wangen, Lippen) liefert die Bundeszahnärztekammer (BZÄK). Sie stellt Schulungsmaterial und Erklärvideos bereit. In Pflegeeinrichtungen oder auch zu Hause hilft die aufsuchende zahnärztliche Versorgung. Prof. Nitschke erklärt: „Im Alter wird die tägliche Mundpflege oft zur Herausforderung. Eingeschränkte Beweglichkeit, nachlassende Sehkraft oder kognitive Einschränkungen wie Demenz machen das gründliche Putzen schwer. Deshalb brauchen viele ältere Menschen praktische Hilfe durch Angehörige oder Pflegekräfte. Nur so lassen sich Zähne, Zahnfleisch und Zahnersatz gesund erhalten – ein wichtiger Beitrag zu Gesundheit und Würde im Alter.“
Tipps für die tägliche Zahnpflege
• Zweimal täglich mit fluoridhaltiger Zahnpasta putzen – auch an Kronen und Brücken.
• Interdentalbürsten oder Zahnseide für die Reinigung der Zwischenräume nutzen.
• Fluoridgele oder -lacke schützen zusätzlich vor Karies.
• Prothesen gründlich reinigen: mit Spezialbürste und milder Seife, anschließend gut abspülen. Reinigungstabletten sind eine Ergänzung, ersetzen aber nicht das Bürsten.
• Mundschleimhaut und Zunge mit einer weichen Bürste säubern, um Entzündungen vorzubeugen.
• Elektrische Zahnbürsten oder Griffverstärkungen erleichtern die Pflege bei eingeschränkter Beweglichkeit.
Die DMS • 6 macht deutlich: Senioren behalten heute mehr Zähne als früher – ein erfreulicher Trend. Doch diese Zähne bleiben nur gesund, wenn sie regelmäßig und gründlich gepflegt werden. Zähneputzen, regelmäßige, engmaschige Vorsorge beim Zahnarzt und Unterstützung bei Pflegebedürftigkeit sind entscheidend für Mundgesundheit und Wohlbefinden bis ins hohe Alter.

