Die Teckboten-Weihnachtsaktion unterstützt den Besuchsdienst der Sanwald-Stiftung
Zeit und Zuwendung schenken

„Das größte Geschenk für Menschen in Heimen ist Zeit und Zuwendung“, sagt Karl-Rudolf Traub, Vorstandsvorsitzender der Sanwald-Stiftung. Damit ist das Ziel des Besuchsdienstes der Stiftung klar umrissen: Die ehrenamtlichen Helfer schenken Heimbewohnern Zeit und sorgen so für mehr Lebensqualität. – Ein Projekt mit Zukunft.

Kirchheim. Angefangen hat alles vor mehr als 25 Jahren, als das Ehepaar Sanwald mit einer Stiftung die Altenhilfe in Kirchheim zu fördern begann. Damals gab es nur wenige Heime in Kirchheim, und diese waren ausschließlich Altenheime. „Vom demografischen Wandel hat da noch niemand gesprochen“, beschreibt Karl-Rudolf Traub den Wandel der Gesellschaft. Zunächst bescherte man den Heimbewohnern Freude durch weihnachtliche Geschenke, doch bald wurde klar, dass die Einsamkeit das eigentliche Problem ist. Auch dagegen hatte man ein Rezept: Kurz darauf wurde der Besuchsdienst ins Leben gerufen.

Dem Besuchsdienst ist eine große Erfolgsgeschichte beschieden. Zwar konnte damals noch niemand wissen, dass sich in einem Vierteljahrhundert die Zahl der Heime nahezu verdoppeln würde und immer mehr Menschen ohne Angehörige dort leben. Doch der Besuchsdienst war stets flexibel genug, sich auf den wachsenden Bedarf einzustellen. Heute zählen fast 70 ehrenamtliche Helfer zum Team, ihr Altersspektrum reicht von 15 Jahren bis weit in die 80er. „Der Besuchsdienst schließt eine wichtige Lücke in der Betreuung der Heimbewohner“, freut sich Anne-Kathrin Stuth, die den Dienst seit sechs Jahren leitet. Die Ehrenamtlichen geben den Bewohnern die Zuwendung, die sie aus den unterschiedlichsten Gründen weder von Angehörigen noch von den Pflegekräften erhalten können.

Ein wichtiger Pfeiler der Besuchsdienstarbeit ist der direkte Kontakt zwischen Helfer und Heimbewohner. Bei meist wöchentlichen Besuchen spielen manche „Paare“ Mühle zusammen, andere backen, wieder andere schlendern mit dem Rollstuhl durch die Fußgängerzone. Es gibt aber auch Ehrenamtliche, die Gruppen ins Leben rufen. „Die Idee besteht darin, mit dem eigenen Hobby ins Heim zu gehen und andere teilhaben zu lassen“, erklärt Anne-Kathrin Stuth. Da gibt es beispielsweise den pensionierten Lehrer, der einen Singkreis initiiert hat, die Sportlehrerin, die eine Gymnastikrunde anleitet oder den „DJ“, der Wunschmelodien auflegt. „Von den Kastelruther Spatzen bis zu Deep Purple ist alles dabei“, berichtet die Besuchsdienstleiterin und verspricht: „Da kommt Leben in die Bude.“

Anne-Kathrin Stuths Aufgabe besteht darin, die Menschen zusammenzubringen und im Hintergrund für Probleme und den regelmäßigen Austausch bereitzustehen. Zu den monatlichen Treffen gehört stets ein kleiner Fortbildungsteil. Aber auch Geselligkeit ist wichtig. Deswegen sind Ausflüge, Grill- und Filmabende sowie die Weihnachtsfeier nicht wegzudenken aus dem Kalender.

Für Karl-Rudolf Traub ist die professionelle Leitung des Besuchsdienstes ein Grund, warum sich die gesamte Idee so gut entwickelt hat. „In den Heimen ist die Akzeptanz groß, weil es bei uns sehr individuell zugeht“, meint er. Die Helfer wiede­rum schätzen es, sich exakt mit ihren Vorstellungen und Fähigkeiten einbringen zu können.

In allen Kirchheimer Heimen ist der Besuchsdienst der Sanwald-­Stiftung mittlerweile vertreten. „Wir müssten doppelt so viele Engagierte haben, um alle Nachfragen befriedigen zu können“, sagt Stuth. Schließlich gibt es in der Teckstadt weit über 500 Heimplätze. Die Besuchsdienstleiterin ist offen für neue Impulse: „Manche Ideen muss man einfach ausprobieren.“ Gute Erfahrungen hat sie auch schon mit Jugendlichen gemacht: Zehn junge Leute betreiben nun schon im vierten Jahr das „Lautercafé“, das im Seniorenzentrum an der Lauter jeden Sonntagnachmittag geöffnet ist. Dass sich dieses Projekt so gut entwickeln würde, hätte anfangs keiner gedacht. Seit einigen Jahren gibt es auch Kooperationen mit der KW-Förderschule im Rahmen der Sozial-AG, mit der Musikschule Hopf, mit Buefet, der Lebenshilfe und anderen. Der Besuchsdienst ist im sozialen Netzwerk der Stadt Kirchheim fest verwoben.

Nicht nur der Vorstandschaft ist es ein Anliegen, das Engagement auf hohem Niveau zu halten. Karl-Rudolf Traub betont, dass der Besuchsdienst für Spenden aller Art offen ist und das Engagement der Teckboten-Weih­nachts­aktion hier sinnvolle Verwendung findet. Der Vorstandsvorsitzende ist sicher: „Der Besuchsdienst ist ein Modell mit Zukunft.“

Wer die Weihnachtsaktion und damit auch den Besuchsdienst unterstützen will, darf auf eines der hier genannten Konten spenden:

Wer sich für die Arbeit des Besuchsdienstes interessiert, kann gern Anne-Kathrin Stuth unter der Nummer 0 70 21/73 69 69 anrufen oder sich unter www.sanwald-stiftung.de informieren.