Kirchheim. Lesen lernen, das ist weitaus mehr als die Fähigkeit, den Buchstaben einzelne Laute zuzuordnen und in einer Reihe zusammenhängender Laute sinnvolle Wörter zu erkennen. Das „richtige“ Lesen beginnt deshalb erst, wenn das mühsame Buchstabieren erfolgreich überwunden ist – wenn also in vielen aneinandergereihten Wörtern sinnvolle Sätze erkannt werden und wenn sich der Sinn eines zusammenhängenden Texts erschließt.
Weil aber Lesen längst nicht mehr die einzige Möglichkeit darstellt, sich medial die Welt zu erschließen, muss dieses „richtige“ Lesen heutzutage weitaus mühsamer gelernt werden als zu Zeiten, in denen die Menschen sich noch nicht permanent von Radio und Fernsehen berieseln ließen. Und weil Hans bekanntlich nimmermehr lernt, was Hänschen nicht bereits gelernt hat, haben sich Teckbote, Kreissparkasse und das IZOP-Institut schon seit vielen Jahren zusammengetan, um das Lesen bei Schülern anzuregen und zu fördern.
„Zeitung in der Schule“ – abgekürzt „ZiSch“ – so lautet die Zauberformel, die junge Menschen ans Lesen heranführen soll. Textverständnis ist dabei das eine, das andere aber ist die Freude und die Lust am Lesen. „Lesen macht Spaß“: Das ist die zentrale Botschaft, die „ZiSch“ vermitteln soll. Und gerade die Zeitung bietet die besten Voraussetzungen, um zu lernen, dass Lesen Spaß macht. Denn im Gegensatz zu einem Buch lassen sich bei der Zeitung diejenigen Seiten, die einen nicht so sehr interessieren, ganz schnell überblättern, ohne dass deshalb ein wichtiger Zusammenhang verloren gehen könnte.
Wer also nur den Sportteil liest, für den lohnt es sich genau deshalb, in die Zeitung zu schauen. Und wer nie auch nur eine Zeile aus dem Sportteil liest, der hat deswegen trotzdem genügend Lesestoff in der Zeitung. Die Zeitung ist dazu da, dass jeder einzelne Leser nichts anderes liest als das, was ihn interessiert und was ihn anspricht – sei es wegen des Themas selbst, wegen der Überschrift oder wegen der Bebilderung.
Für geübte Zeitungsleser ist das natürlich selbstverständlich. Aber viele Kinder und Jugendliche müssen dieses „selektive Lesen“ heutzutage erst in der Schule lernen. Durch „ZiSch“ erfahren sie, dass jeden Tag viele Artikel in der Zeitung stehen, die sie gerne lesen. Das lernen sie vor allem durch die „Langzeitarbeit“, für die sie täglich Texte suchen, die in der Zeitung zu einem bestimmten Thema erscheinen. Das Thema können die Schüler selbst wählen, sodass gewährleistet ist, dass sie sich auch wirklich dafür interessieren.
Jede Klasse kann sich zudem ein Thema aussuchen, über das sie gerne einen Bericht schreiben möchte. Diese Berichte erscheinen dann auf speziellen „ZiSch“-Seiten im Teckboten – so wie in der heutigen Ausgabe auf Seite 22. Die Artikel, die dort zu lesen sind, waren alle noch im vergangenen Schuljahr entstanden und zeigen die große Bandbreite der „ZiSch“-Themen auf. Sie reichen vom Blick hinter die Kulissen eines Kinos oder eines Theaters über den Besuch im Fitnessstudio bis hin zur Besichtigung der Zeitungsdruckerei oder zum außergewöhnlichen Physikunterricht in einem Schwimmbad.
Ebenso breit gefächert wie die Themen sind die Klassenstufen, die sich beteiligen können: Es gibt hier keinerlei Beschränkungen. Grundschulklassen können sich ebenso beteiligen wie die Klassen von Förderschulen, Werkrealschulen, Realschulen, Gymnasien oder auch beruflichen Schulen. Alle diese Schularten waren und sind bei „ZiSch“ regelmäßig mit von der Partie. Und auch zeitlich gibt es eine große Flexibilität. Die beiden Projekt-Zeiträume sind vom 5. November bis zum 8. Februar sowie vom 18. Februar bis zum 17. Mai. Zur Vorbereitung gibt es ein eigenes Lehrerseminar, und zwar am Mittwoch, 24. Oktober, von 10 bis circa 17 Uhr bei der Kreissparkasse, Alleenstraße 160 in Kirchheim. Anmeldungen nimmt das IZOP-Institut telefonisch unter der Nummer 0 24 08/58 89-0, per Fax an die Nummer 0 24 08/58 89-27 oder per E-Mail an die Adresse izop@izop.de entgegen.
