Lokalsport

Die Knights vergeben den Matchball

Basketball Nach einer enttäuschenden 68:76-Heimniederlage gegen Hagen geht es für die Kirchheimer am Sonntag in der Hagener Ischelandhalle ins entscheidende fünfte Spiel. Von Bernd Köble

Erneut ein Kampf auf Biegen und Brechen: Hagen gleicht in Kirchheim im vierten Play-off-Spiel in Kirchheim aus.  Foto: Nina Sander

Kirchheims Basketballer haben den vorzeitigen Einzug ins Play-off-Halbfinale der Pro A verpasst. Beim 68:76 im vierten Spiel vor eigenem Publikum gegen Phoenix Hagen gab die klare Überlegenheit des Gegners unterm Korb den Ausschlag. 68:39 Rebounds zugunsten der Gäste aus Westfalen machten den Unterschied deutlich. Wie schon am vergangenen Sonntag brachen die Ritter im Schlussviertel (15:24) in der eigenen Halle ein. Damit kommt es am Sonntag um 16 Uhr in der Hagener Ischelandhalle zum fünften und entscheidenden Spiel um den Einzug ins Halbfinale.

Hagens Coach Chris Harris sah ein „umkämpftes und dreckiges Spiel.“ Sein Kollege Igor Perovic fand direkt nach der Partie keine Erklärung. „Mit so einer Rebound-Quote kannst du natürlich kein Spiel gewinnen. Wir wollten die Serie heute beenden, aber wir waren dafür nicht gut genug:“

Die gute Nachricht zu Beginn auf beiden Seiten: Sowohl Lennart Boner bei den Hagenern als auch der angeschlagene Mike Miller standen in der Starting Five. Vor allem Kirchheims Center Nick Muszynski war anfangs hellwach: Fünf Blocks von ihm allein in der ersten Halbzeit waren eine klare Kampfansage an den Gegner. Kirchheim dominierte wie zuletzt schon das erste Viertel trotz eines Hagener Übergewichts unter den Körben. Dank der besseren Wurfquote ging es mit einem 18:13-Vorsprung der Gastgeber in den zweiten Durchgang.

Die Kirchheimer machten dem Gegner defensiv das Leben schwer. Ein Dreier von Flowers, zwei Meter vor der Linie, zum erstmals zweistelligen Vorsprung beim 27:17 zwang Chris Harris zur ersten Auszeit des Spiels. Was zu der Zeit noch niemand wusste: Es sollte der einzige Treffer von Downtown für den Kirchheimer Topscorer bleiben. Der Kirchheimer Vorsprung hielt nicht lang. Kristofer Krause verkürzte im Alleingang mit einem Vier-Punkt-Spiel und anschließendem Dreier auf 24:27. Hagen stellte die Kirchheimer bis dahin vor allem am offensiven Brett mit vielen zweiten Chancen vor Probleme und war vor allem aus der Mitteldistanz immer wieder erfolgreich. Es entwickelte sich das erwartet enge Spiel, in dem die Westfalen eine Minute vor der Pause zum 36:36 ausglichen. Muszynski sorgte dann per Korbleger im letzten Angriff für den knappen 38:36-Pausenstand.

Die Kirchheimer Probleme bei Offensiv-Rebounds blieben. Schneider sorgte per Korbleger zum 42:41 für die erneute Hagener Führung, und die Knights zeigten sich plötzlich zunehmend kopflos in der Offensive. In Kirchheim gibt es vor allem einen, der seine Mannschaft über solche Phasen rettet: Michael Flowers holte als Vollstrecker und Vorlagengeber beim 47:46 die Kirchheimer Führung zurück. Plötzlich war Tempo und Dramatik im Spiel. Muszynski und Pickett rüttelten ihre Nebenleute mit starken Defensivaktionen wach. Mit einem hauchdünnen 53:52-Vorsprung ging es ins Schlussviertel.

Wer einen Play-off-Krimi erwartet hatte, der bekam ihn diesmal nicht. Hagen erwies sich mit zunehmender Spieldauer als das konstantere und abgezocktere Team, zumal die Knights jetzt zuviele offene Würfe ungenutzt ließen. Der Funke, der schon so oft das Schlussfeuer in der
Sporthalle Stadtmitte entfachte, wollte diesmal nicht zünden. Beim 55:65 lagen die Knights nach vier Minuten erstmals zweistellig zurück. Ward mit zwei Dreiern hielt Kirchheim zunächst am Leben, doch näher als vier Punkte kamen die Gastgeber nicht mehr heran.

In den beiden parallel laufenden Begegnungen am Freitag lösten die Mannschaften aus Frankfurt und Karlsruhe bereits vorzeitig das Ticket fürs Halbfinale.