Lokalsport
Kirchheim Knights: „Big win“ nährt Hoffnung auf „Nice-to-have“

Basketball Beim Sieg über Hagen werden die Knights erneut ihrem Ruf als Überraschungsmannschaft gerecht. Von Peter Eidemüller

In Feierlaune: Nicht nur Nil Failenschmid und Kayne Henry freuten sich ausgelassen über den Heimsieg gegen Hagen. Foto: Nina Sander

Kirchheim. Vier Spiele, vier Siege, vier Tage trainingsfrei – der hart umkämpfte Heimerfolg über Hagen beschert den personell gebeutelten Rittern die dringend benötigte Verschnaufpause. Im Zuge des spielfreien kommenden Wochenendes haben Kirchheims Zweitligakorbjäger Zeit, ihre Wunden zu lecken, um am Doppelspieltag Anfang März die Erfolgsserie fortzusetzen.

 

 

Dass die mit dem 77:76 gegen den Tabellenzweiten am Samstag ihren vorläufigen Höhepunkt fand, war laut Head Coach Igor Perovic vor allem der Mentalität zu verdanken. „Wir haben gewonnen, weil wir bereit waren, zuzubeißen“, sagte Perovic unmittelbar nach Ende einer einmal mehr denkwürdigen Partie, deren Ausgang er mit zwei Worten zusammenfasste: „Big win.“

Miller mit „Double-Double“

In der Tat: Ohne den erkrankten Jonas Niedermanner, im Spiel gegen Dresden mit elf Rebounds noch bester Abräumer unter den Körben, und den verletzten Kayne Henry, zuvor gegen Karlsruhe mit 31 Punkten in Galaform, konnten die Knights zum wiederholten Male der kleinen Rotation trotzen. Im Windschatten des einmal mehr überragenden Michael Flowers (25 Punkte) wuchsen auch Nick Muszynski (17) und Mike Miller über sich hinaus. Letzterer legte bei seiner Rückkehr nach verletzungsbedingter Pause gegen Dresden mit 13 Punkten und zehn Rebounds gar ein Double-Double hin und überzeugte wie das gesamte Team von der Freiwurflinie: Während bei den Knights 20 von 31 Versuchen (65 Prozent) durch die Reuse rauschten, zeigten die Hagener mit zehn von 19 (53 Prozent) Schwächen.

Der Tabellenzweite, immerhin mit der Empfehlung von sieben Siegen aus den vorangegangenen acht Partien angereist, schaffte es wie viele andere Teams nicht, Topscorer Flowers aus dem Spiel zu nehmen. Schlimmer noch aus Phoenix-Sicht: Vier Sekunden vor Ende ließ sich Brock Mackenzie zu einem Foul am Kirchheimer Spielmacher hinreißen, der daraufhin die entscheidenden Freiwürfe versenkte. Dass die Hagener im letzten Angriff dank der aggressiven Knights-Defense zu einem schwierigen Dreier gezwungen wurden, der sein Ziel verfehlte, bildete den Schlusspunkt einer emotionalen Partie, die bei den Verantwortlichen für Stolz und Freude sorgt. „Vor dem Hintergrund unserer Möglichkeiten sind wir das Überraschungsteam der Liga“, setzt Sportchef Chris Schmidt den aktuellen sechsten Tabellenplatz in Relation – zumal der nicht nur das Ticket für die Play-offs, sondern auch die Teilnahme am BBL-Pokal kommende Saison bedeuten würde. „Erklärtes Ziel ist das nicht, wäre mehr so etwas wie ein Nice-to-have“, hatte Schmidt schon vor dem Hagen-Spiel gesagt.

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