Wechsel  im Gemeinderat
14 Ratsmitglieder verabschieden sich

Vor der konstituierenden Sitzung des Kirchheimer Gemeinderats würdigt Oberbürgermeister Pascal Bader die Arbeit des gesamten Gremiums, insbesondere aber der scheidenden Mandatsträger.

Die Verwaltungsspitze zeigt sich mit den ausgeschiedenen Mitgliedern des Kirchheimer Gemeinderats. Eva Baudouin (sechste von links) wurde zudem für 25 Jahre im Gemeinderat geehrt. Foto: Andreas Volz

Von 37 Mitgliedern des Kirchheimer Gemeinderats sind 14 ausgeschieden. Weil es aber durch die Ausgleichssitze – bedingt durch die unechte Teilortswahl – in der neuen Wahlperiode wieder 37 Sitze gibt, hat Oberbürgermeister Pascal Bader demnach in der konstituierenden Sitzung auch gleich 14 neue Mitglieder des Gremiums auf ihr Ehrenamt verpflichtet – zusammen mit den 23 Stadträten, die ihr Mandat fortführen und sich dabei allenfalls an einen anderen Platz am Ratstisch oder auch an neue Nebensitzer gewöhnen müssen. Die Gründe für das Ausscheiden sind unterschiedlich: Manche haben sich nicht mehr aufstellen lassen, unter anderem wegen der beruflichen Belastungen, andere haben nicht die notwendige Stimmenzahl erreicht, um einen der Sitze für ihre Liste ergattern zu können.

Den größten „Aderlass“ gab es bei den Grünen. Gleich fünf Mitglieder haben die Fraktion verlassen: Jürgen Berghold nach zehn Jahren im Gemeinderat, Anja Hezinger nach insgesamt sechs Jahren, Martina Zuber und Max Blon nach jeweils einer kompletten Wahlperiode, also nach fünf Jahren – und Hans-Peter Weyhmüller, der erst im vergangenen Jahr für die verstorbene Sabine Bur am Orde-Käß nachgerückt war. Weil die Grünen statt neun künftig nur noch sieben Sitze haben, gibt es in ihren Reihen nun drei neue Mitglieder: Aline Theodoridis, Jean-Pierre Ries und Gundula Folkerts.

Bei den Freien Wählern sind drei Fraktionsmitglieder aus dem Gemeinderat ausgeschieden: Hans-Peter Birkenmaier nach insgesamt sieben Jahren sowie zwei Nachrücker aus der frisch abgelaufenen Wahlperiode – Monika Barner nach fünf Jahren und Philipp Köber nach drei Jahren. Auch in diesem Fall ist die Zahl der Sitze zurückgegangen, von neun auf acht. Die zwei „Neuen“ in der Fraktion der Freien Wähler sind Karl-Michael Bantlin und „Rückkehrer“ Andreas Banzhaf.
 

Ehrung für 25 Jahre Ehrenamt

Aus der CDU-Fraktion sind Wilfried Veeser (nach 15 Jahren), Tilo Rose (nach 16 Jahren) und Eva Baudouin (nach insgesamt 25 Jahren) ausgeschieden. Letztere wurde deswegen zum Abschied noch gesondert für die 25 Jahre ihres ehrenamtlichen Engagements im Gemeinderat geehrt. Oberbürgermeister Bader würdigte sie als einen „wichtigen Bestandteil der CDU“ und fügte hinzu: „Wir freuen uns auf weitere gute Zusammenarbeit, in anderen Konstellationen.“ Dabei dachte er an ihre Tätigkeiten im Kuratorium der Kirchheimer Musikschule sowie als Gründungsmitglied des Vereins „Frauen helfen Frauen“. An diesen Verein leitet Eva Baudouin auch die Jubiläumsgabe weiter, die sie von der Stadt Kirchheim erhält.

Die CDU-Fraktionsvorsitzende Natalie Pfau-Weller nannte Eva Baudouin „eine der erfahrensten Stadträtinnen hier im Rund“, die nicht durch laute Töne von sich reden gemacht habe, dafür aber stets durch „pointierte Wortmeldungen“ überzeugt habe.

Für Eva Baudouin selbst war es „eine besondere Ehre, in diesem Rahmen für meine 25-jährige Mitgliedschaft im Gemeinderat ausgezeichnet zu werden“. Sie lobte den stets guten Austausch mit der Verwaltung und prophezeite, dass ihr der Kirchheimer Gemeinderat mit Sicherheit fehlen werde – „zumindest am Anfang“. Fehlen werde ihr das Gremium „vor allem wegen des fairen Umgangs miteinander in den Sitzungen, trotz harter Diskussionen in der Sache“.

Weil sich die CDU-Fraktion um einen Sitz erweitert hat – von sechs auf sieben – gibt es vier neue Mitglieder: Norbert Smetak, Giancarlo Crescente, Antonia Coppin-Renz und Tobias Unger.

Keine Veränderungen gibt es bei der SPD: Die Sitzzahl ist bei sechs geblieben, und alle sechs bisherigen Fraktionsmitglieder sind durch die Wahl im Juni in ihrem Amt bestätigt worden.

Nicht anders verhält es sich mit der Christlichen Initiative Kirchheim (CIK): Auch bei ihr ist es bei den zwei Sitzen geblieben, die ihre bisherigen Stadträte auch weiterhin einnehmen.

Die FDP/KiBü verliert einen Sitz und hat somit auch keinen Fraktionsstatus mehr, für den drei Mandate erforderlich sind. Der bisherige Fraktionsvorsitzende Ulrich Kreyscher, der sich nicht mehr zur Wiederwahl gestellt hatte, scheidet somit als der „Dritte im Bunde“ aus, nach insgesamt acht Jahren im Gemeinderat.

Heinrich Brinker und Ute Dahner waren vor fünf Jahren für die Linke in den Gemeinderat eingezogen und haben später das Bündnis „Kirchheim.Sozial“ vertreten. Nach der Wahl ist es bei zwei Sitzen für das Bündnis geblieben, aber statt der bisherigen Vertreter nehmen nun Simone Selck und Sandra Eickelmann diese beiden Sitze ein.

Neu im Gremium ist die AfD, und zwar gleich in Fraktionsstärke – mit dem Trio Markus Berthold, Siegfried Nöhring und Antonio Zeccola.

Vor der Verpflichtung des gesamten neuen Gremiums dankte Oberbürgermeister Bader den bisherigen Ratsmitgliedern dafür, dass sie „unzählige Stunden investiert und dabei um die besten Entscheidungen zum Wohl unserer Stadt gerungen haben“. Für die neue Zusammensetzung setze er darauf, „dass weiterhin gilt, was uns bisher immer ausgezeichnet hat – eine Diskussionskultur, die in der Sache kontrovers sein mag, in der aber immer auch andere Meinungen geachtet werden“.