Wo soll eigentlich der Rathausplatz in Kirchheim sein? Das hat sich Oberbürgermeister Pascal Bader gefragt, als der Weihnachtsmarkt angekündigt worden war. Auch wenn der Platz vor dem Rathaus offiziell nicht so heißt, sei es aber für alle Gäste selbsterklärend, wo sie die winterlichen Hütten suchen müssen. Sie brauchen dabei nicht einmal einem Stern zu folgen: Die Töne aus den Lautsprechern und die Düfte aller kulinarischen Angebote weisen den Weg.
Dem Veranstalter-Trio Hannes Hergenröder, Moritz Holzapfel und François Saorine bescheinigte Pascal Bader zur Eröffnung des Weihnachtsmarkts großen Mut, angesichts einer Konkurrenz wie in Esslingen auch in Kirchheim wieder etwas auf die Beine zu stellen. Zugleich stellte er fest: „Es ist wirklich klasse geworden, es ist total liebevoll dekoriert – mit viel Licht in den dunklen Abendstunden.“
Als Detail nannte er den Rentierschlitten am Weihnachtsbaum, den die Kinder in Beschlag genommen haben, auch um sich fotografieren zu lassen. Kinder finden sich auf dem Platz ohnehin ein, denn um 17.30 Uhr liest Frau Holle jeden Abend ein Märchen vor. Vom Eckfenster im zweiten Stock des Rathauses aus lässt sie dann auch noch ihre Federn schneien, bevor sie ihre süßen Taler verteilt.
Alles zusammen sei richtig stimmig – und stimmungsvoll, meinte der Oberbürgermeister. Weihnachtsmarkt, der große Tannenbaum und Frau Holle ergeben ein Gesamtkonzept, das wirkt, auch wenn es eigentlich nur eine Notlösung ist, weil alle anderen Plätze in der Innenstadt derzeit nicht zur Verfügung stehen. Und der Rathausplatz hat ja nun zumindest einen inoffiziellen Namen, der eines Tages vielleicht sogar ein entsprechendes Straßenschild erhalten könnte.
Eine Kreuzung wird zum Platz
Immerhin zeigte sich der Rathauschef beeindruckt davon, wie sehr der Weihnachtsmarkt den Platz optisch aufwertet: „Dadurch wirkt es hier erst wie ein Platz, auch wenn es eigentlich nur eine Straßenkreuzung ist.“
Pascal Bader lenkte den Blick vor dem Rathaus auch nach links und rechts, wo es in oder an der Max-Eyth-Straße noch weitere Angebote gibt, die den Weihnachtsmarkt ergänzen: „Auch auf dem Platz der kleinen Weihnacht weihnachtet es sehr, und in den beiden Wechselhütten am Max-Eyth-Haus können sich abwechselnd Vereine und Organisationen präsentieren.“
Abgerundet wird das weihnachtliche Angebot in Kirchheims Innenstadt durch das Kinderkarussell, das gegenüber von den Wechselhütten, also vor der Stadtbücherei, seine Runden dreht. In jeder Hinsicht geht es in Kirchheim somit rund – vom Max-Eyth- über das Rat- bis hin zum Vogthaus.
Den Organisatoren des Weihnachtsmarkts wünschte Pascal Bader viel Erfolg, gutes Wetter und beste Stimmung. An alle Gäste gewandt fügte er – auch angesichts der aktuellen Lage in der Ukraine – hinzu: „Ich wünsche Ihnen allen eine friedvolle und schöne vorweihnachtliche Adventszeit.“
François Saorine war froh, „dass der Aufbau so gut geklappt hat“. Er erinnerte daran, dass er mit seinen beiden Mitstreitern erst zum zweiten Mal für den Kirchheimer Weihnachtsmarkt verantwortlich sei – und das auch gleich an einem neuen Standort. Bis 21. Dezember besteht für alle die Möglichkeit, sich von der Qualität des Rathausplatzes als Weihnachtsmarktzentrale zu überzeugen und für die entsprechende Stimmung zu sorgen – denn auch der schönste Markt wäre nichts ohne Besucher.

