Dass Schulen sich um Kontakte zur lokalen Wirtschaft bemühen, sollte eigentlich selbstverständlich sein, sagt der Kirchheimer Oberbürgermeister Pascal Bader. Denn Wirtschaft sei interessant: Wie laufen Entscheidungen ab? Wie kommt es zu Innovation? Außerdem erhielten die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die Berufswelt: Sie könnten entdecken, wo sie später vielleicht einmal arbeiten wollen – und wo auf keinen Fall.
Doch oft wissen Schüler gar nicht, was in Betrieben auf sie zukommt. Diese Beobachtung machte Wolf-Rainer Bosch als Ausbilder vor 20 Jahren und wollte das ändern: So erfand er den Wirtschaftspreis des Bundes der Selbständigen Kirchheim. Von Anfang an war der Preis des BDS mit 3000 Euro ausgestattet. „Das muss zwingend erhöht werden, aber nicht heute“, sagte Bosch bei der Preisverleihung in der Alleenschule. Eine kleine Erhöhung gab es aber bereits, in Form eines Sonderpreises.
15 Teams mit insgesamt 62 Schülerinnen und Schülern
War beim Wirtschaftspreis anfangs noch kein festes Thema vorgegeben, ist das inzwischen anders. Diesmal sollte es um Innovation gehen: An welchen Themen und Ideen arbeiten die Firmen der Region, wie kommen sie zu neuen Lösungen? 15 Teams mit insgesamt 62 Schülerinnen und Schülern machten sich an die Arbeit. Sie kamen von der Alleenschule, der Max-Eyth-Schule und vom Schlossgymnasium. Damit blieb der Wettbewerb überschaubarer als im Spitzenjahr, als es über 40 Arbeiten gab und die Jury zweimal tagen musste.
In der Kategorie für Haupt- und Werkrealschulen trugen die drei Neuntklässlerinnen der Alleenschule, Anthonia Florea, Alice Vedda und Madlen Kanizaj, den Sieg im Wert von 1000 Euro davon. Sie erkundeten, wie die Firma Lehner Sensor-Systeme immer wieder zu hilfreichen neuen Produkten kommt. Auf dem zweiten Platz folgten Semeera Osorio, Adriana Salamon, Melisa Goshufi und Gabriele Latorraca, ebenfalls Neuntklässler von der Alleenschule. Die Arbeit über die Firma Mesh Engineering GmbH zum Thema Windkraftanlagen, an denen das gemischte Team zwei Wochen gefeilt hatte, wurde für ihren klaren Aufbau gelobt und brachte ein Preisgeld von 500 Euro.
Wie die Firma Feess die Kreislaufwirtschaft fördert
In der Kategorie „Gymnasien“ stachen vier Schülerinnen der Max-Eyth-Schule hervor. Hannah Koch, Nina Prem, Nele Peters und Marie Wipper hatten erfragt, wie die Firma Feess die Kreislaufwirtschaft fördert und bei einem Bauvorhaben bereits an den möglichen späteren Abriss denkt. Auch die Beschäftigung mit dem „Erdüberlastungstag“ brachte ihnen ein Preisgeld von 1000 Euro.
Wie kommen vier Jungs aus Dettingen an das Unternehmen Fischer aus Weilheim? Ganz einfach, einer der Jungs hat dort schon einmal ein Praktikum absolviert. Alle vier Elftklässler der Max-Eyth-Schule – Oskar Schmid, Julian Schulz, Robin Hoyler und Maximilian Liebrich – sind dort im Mechatronik-Zug. Sie waren erstaunt, wie breit das Logistik- und Recyclingunternehmen aufgestellt ist. „Es setzt nicht nur auf die Straße, sondern auch auf die Schiene und auf Schiffe“, erläuterte einer der Schüler. Die vier dürfen sich ein Preisgeld von 500 Euro teilen.
Einen mit 300 Euro dotierten Sonderpreis
Ein Spezialfall sind Stefan Kuchelmeister, Cedric Maier und Jan Isenmann von der Max-Eyth-Schule. Die drei Elftklässler haben nämlich gegen die Wettbewerbsregeln verstoßen. Die Innovationskraft einer Region lasse sich nicht an einer einzigen Firma messen, befanden sie, und haben deshalb gleich sechs Unternehmen befragt. Wobei zu Firmen wie dem Modehaus Fischer auch ein Unternehmen namens „Oberbürgermeister Pascal Bader“ kam, den das Team ebenfalls persönlich befragte. Weil dieses Vorgehen nicht den Vorgaben entsprach, war dafür kein regulärer Preis drin. Weil das Ergebnis aber absolut überzeugend war, die Jungs eben nur auf einem anderen Weg zum Ziel gelangt waren, gab es für sie einen mit 300 Euro dotierten Sonderpreis. Das lag im Ermessensspielraum der Jury, die auf die Beiträge von insgesamt 20 Sponsoren zurückgreifen konnte.
Über große Begabungen und viel Fleiß verfügen auch die Künstler des Abends – Christina Dürr und Paul Kurzenberger am Flügel sowie die Kirchheimer Hip-Hop-Gruppe „Treeclan“.

