Wie hoch dürfen die Gebäude im neuen Kirchheimer Gewerbegebiet Bohnau-Süd werden? Diese Frage war einer der Knackpunkte des Bebauungsplans. Inzwischen ist ein Kompromiss gefunden: Der Gemeinderatsausschuss für Infrastruktur, Wohnen und Umwelt hat einen erneuten Auslegungsbeschluss gefasst. Demzufolge ist im Nordwesten des Plangebiets – am Grüngürtel, der das Gelände von der Wohnbebauung trennt – die maximale Gebäudehöhe von 13 Metern auf zehn Meter zurückgenommen worden.
Wie hoch ein Gebäude tatsächlich wirkt, hängt unter anderem von der Bezugshöhe ab. Das wiederum sorge dafür, dass die Gebäude im neuen Gewerbegebiet an dieser Stelle in Richtung Wohnbebauung ohnehin abflachen, hieß es seitens der Stadtverwaltung. Und die zehn Meter, die der Bebauungsplan dort jetzt maximal erlaubt, seien ohnehin nur dann von Belang, wenn Bauherren das auch komplett ausnutzen, fügte Bernadette Schwenker vom Sachgebiet Stadtplanung hinzu.
Sie betonte, dass der Bebauungsplan in Bezug auf die Verschattung deutlich unterhalb der Grenzwerte bleibe und auch deutlich unterhalb dessen, was Anwohner von innerstädtischen Nachverdichtungsprojekten in ihrer Nachbarschaft mitunter erleben. Das haben die entsprechenden Simulationen ergeben.
In die Höhe statt in die Breite?
Während sich die meisten Redner erfreut zeigten über die Lösung, mit der die Stadt den Anwohnern im südlichen Teil der Straßen „Pfaffenhalde“ und „Am Lindele“ entgegenkommt, machte Stadtrat Andreas Banzhaf (Freie Wähler) auf ein grundsätzliches Problem aufmerksam: „Es wird nach Bohnau-Süd wohl kein weiteres Gewerbegebiet dieser Art mehr geben. Wenn wir aber nicht mehr in die Breite wachsen können, müssen wir in die Höhe wachsen. Und deshalb finde ich es schwierig, wenn wir da drei Meter runtergehen.“ Es handle sich aber um ein großes Gewerbegebiet, das überwiegend ja weiterhin 13 Meter maximale Höhe ermögliche. Insofern komme es auf das nordwestliche Teilgebiet nicht unbedingt in nennenswerter Weise an.
Marc Eisenmann (SPD) fragte, warum entlang der Tannenbergstraße ebenfalls zehn Meter gelten: „Da würde es doch niemanden interessieren, wenn wir auf 13 Meter gehen.“ Als Grund gab Oberbürgermeister Pascal Bader die Kaltluftschneise an, die in diesem Fall nur zehn Meter ermöglicht.
Ein weiteres Problem, das Marc Eisenmann mit dem Bebauungsplan hat, ist die Erschließungsstraße im Gebiet, die er wegen einer Breite von 22 Metern als „Champs Élysées“ bezeichnet. Auch wegen der Folgekosten für die Grünpflege plädierte er dafür, die Straßenbreite auf das Minimum zu reduzieren. In diesem Fall verwies der Oberbürgermeister allerdings auf vorgegebene Mindeststandards für solche Erschließungsstraßen.
Die Vorlage umfasst 766 Seiten
Am Rand der Debatte ging es noch um den Umfang von Sitzungsvorlagen: Allein die Vorlage für den erneuten Auslegungsbeschluss des Bebauungsplans Bohnau-Süd hatte 766 Seiten umfasst. Das im Ehrenamt zu lesen, sei schlichtweg unmöglich, monierten die Ausschussmitglieder. Ein anderes Problem, das sich hinter der Seitenzahl verbirgt, ist die Unmenge an Berichten zu den unterschiedlichsten Themen, die viel Zeit, viel Aufwand und Mühe sowie viel Geld kosten.

