Alle Erwartungen habe das Sommernachtskino übertroffen, sagt Kino-Betreiber Reimund Fischer in seiner Bilanz vor dem letzten Abend am Samstag, 29. August: „Wir gehen bei den Zuschauerzahlen auf die 17.000 zu. Das ist überragend, wenn man bedenkt, dass unser Allzeitrekord bei knapp 19.000 liegt.“ Bemerkenswert ist es auch deshalb, weil der Schulhof der Alleenschule gut 200 Sitzplätze weniger zulässt als der Traditionsstandort Martinskirchplatz. Da bringt auch die Verlängerung von 25 auf 27 Filmabende rein rechnerisch nicht genügend Kompensation, um den bisherigen Rekord ernsthaft knacken zu können.
Was Reimund Fischer besonders freut: „Fast an allen Abenden war es fast immer voll. Vier Mal war es nicht ganz so voll, aber da haben wir trotzdem mindestens 500 Gäste gehabt. Da ist das ganze Team begeistert.“ Den Erfolg schreibt er einerseits der Filmauswahl und andererseits den Zuschauern zu, wobei er auch die Wechselwirkung betont: „Wir hatten genau das richtige Publikum für unsere Filme – und die richtigen Filme für unser Publikum.“
Nur ganz wenig Regen
Ein zusätzlicher Erfolgsgarant für die Open-Air-Kino-Saison im August 2026 war das Wetter: Regen gab es nur an ganz wenigen Abenden. Und nur ein einziges Mal habe es wirklich den gesamten Film verregnet – vom Anfang bis zum Abspann. „Da ist aber das Steckerlfischfiasko gelaufen. Und der Kultfilm aus dem Eberhofer-Universum hat sicher auch seinen Teil dazu beigetragen, dass die Leute trotz des Regens eisern sitzengeblieben sind.“ Dieser Enthusiasmus seines Publikums beeindruckt Reimund Fischer auch im Rückblick noch: „Da sind nur ein paar wenige vorzeitig gegangen.“
Die übertroffenen Erwartungen bezieht er aber auch auf den Standort Alleenschule: „Die Umgebung, das Interieur und die Gestaltungsmöglichkeiten hier – das war wirklich großartig.“ Auch wenn es sich nicht mit dem Flair rund um die Martinskirche vergleichen lasse, habe es doch von allen Seiten positive Resonanz gegeben: „Der Erfolg liegt weit über dem, was wir uns auch nur erträumt hätten. Ich denke, dass ich da im Namen aller Beteiligten spreche – auch der Partner in der Kino-Gastronomie.“
Die große Resonanz auf die vier Kino-Wochen unter freiem Himmel freut den Kino-Chef in jeder Hinsicht: „Das ist natürlich auch für unsere Sponsoren wichtig, die sich ja auch an einigen Abenden mit besonderen Aktionen beteiligt haben – seien es Verlosungen, das Spendieren von Getränken oder auch von Sitzkissen.“ Ohne die Sponsoren wäre ein solches Ereignis gar nicht möglich, betont er regelmäßig. „Sonst müssten wir viel höhere Eintrittspreise verlangen.“
Ein spezielles Angebot ist seit vielen Jahren auch das „Kinder-Kirche-Kino-Festival“, das dieses Jahr ebenfalls alle Erwartungen übertroffen hat: „Wir haben mit 100 Kindern in der Martinskirche gerechnet, und dann waren auf einmal rund 350 Kinder da.“ Das Konzept, den Nachwuchs mit pädagogisch wertvollen Filmen ans Kino heranzuführen, gehe demnach voll und ganz auf.
Lange Schlange am Büchertisch
Eine weitere Besonderheit: Zum Film „Same Sun – Mit dem Fahrrad durch Afrika“ war die Protagonistin Wiebke Lühmann nach Kirchheim gekommen. Noch lange nach dem Film war ihr Büchertisch regelrecht belagert – von Kino-Gästen, die sich geduldig in die Schlange einreihten, um sich ein signiertes Exemplar zu sichern.
Am gleichen Ort – und auch unter der gleichen Sonne – geht es nächstes Jahr weiter: von Montag, 2., bis Samstag, 28. August 2027. Das einzige, was Reimund Fischer Sorgen bereitet, ist die Ankündigung, dass die Fassade der Alleenschule saniert werden soll: „Ich würde mir einfach einmal wünschen, dass unser Kino ein paar Jahre lang von Baustellen und Gerüsten verschont bleiben kann.“ Vielleicht wird es ja auch in dieser Hinsicht besser, als er es sich in seinen (Alp)-Träumen vorstellt.

