Sicherheit
Die Familienbildungsstätte bekommt viel Lob und auch mehr Geld

Alle Stadträtinnen und Stadträte sehen die beliebte, traditionsreiche Kirchheimer Einrichtung auf dem richtigen Weg. Sie gewähren nun einen etwas höheren Zuschuss, und das sogar unbefristet.

Junge Familien gehören zu den wichtigsten Zielgruppen der Familienbildungsstätte. Im neuen Elterncafé treffen sich Mütter mit ihren Kindern und Babys. Archiv-Foto: Carsten Riedl

Kirchheim. Die Kirchheimer Familienbildungsstätte (FBS) hat sich neu ausgerichtet. Während sie früher vor allem Kurse anbot, ist dies heute nur ein – wenn auch wichtiger – Teil der Arbeit. Zudem hat sich die FBS zu einer sozialen Einrichtung zum Zwecke der Begegnung und Beratung für Familien entwickelt. Vor allem junge Familien finden hier Zuwendung: Seit diesem Jahr gibt es ein kostenfreies Elterncafé, neu ist auch der monatliche Papa-Treff. Familien in schwierigen Situationen wird gezielt geholfen, etwa durch das Angebot „Sternenkinder“ für Mütter mit Fehl- oder Totgeburten. All diese Angebote können nicht aus dem laufenden Haushalt der FBS finanziert werden, entsprechende Sondermittel aus der Landeskasse sind ausgelaufen.

Während auf der einen Seite das Angebot erneuert und erweitert wurde, hat die FBS auf der anderen Seite an Personal gespart. So wurden die hauptamtlichen Stellen von 5,1 im Januar 2022 auf 4,0 in 2024 reduziert. Das digitale Programmheft hilft, Druckkosten einzusparen. Eine Zuschusserhöhung seitens des Landkreises ist auf der Plus-Seite zu verbuchen. Außerdem werden die Gebühren für Kurse erhöhte, dies muss allerdings behutsam und sozialverträglich erfolgen.

Mehr Angebote, weniger Personal

Generell gilt, dass alle Familienbildungsstätten seit Corona mit gesunkenen Kurszahlen kämpfen. Immerhin liegen die Einnahmen der FBS jetzt nur noch zehn Prozent unter Vor-Corona-Niveau.

Finanziert wird die FBS durch einen Landeszuschuss für Personal (75.000 Euro), durch einen Kreiszuschuss (26.000 Euro), durch Zuschüsse der Kirchen sowie 2023 und 2024 durch einen städtischen Zuschuss in Höhe von 73.500 Euro. Zuvor lag dieser seit 2003 bei 49.000 Euro.

Wie Bürgermeisterin Christine Kullen im Gemeinderat erläuterte, decken die Zuschüsse nur etwa die Hälfte der Kosten ab. Trotz aller Maßnahmen rechnet die FBS für 2024 mit einem Defizit von 27.000 Euro. Um die für das Kirchheimer Sozialgefüge wertvolle Einrichtung, die es in dieser Form nicht noch einmal gibt, langfristig zu erhalten, beantragte die Verwaltung, den Zuschuss ab 2025 unbefristet auf 80.000 Euro zu erhöhen inklusive einer Steigerung um 2,5 Prozent jährlich ab 2026.

Alle Stadträte stimmten diesem Vorschlag zu. Professor Dr. Andrea Helmer-Denzel (SPD) sprach für alle, in dem sie die Entwicklung der FBS zu einem offenen Haus als ausgesprochen wichtig lobte, das nicht nur Mittelschichtsfamilien erreiche. Das Gremium möchte künftig einmal im Jahr informiert werden über die Entwicklung.