Sanierung
Die Mörike-Sporthalle wird teurer als gedacht

Auf dem Mörike-Campus schreiten die Bauarbeiten fort. Allerdings musste der Gemeinderat noch eine überplanmäßige Ausgabe von 210.000 Euro genehmigen – vor allem wegen der Preissteigerungen. 

Die Sanierungsarbeiten an der Außenhülle der Eduard-Mörike-Sporthalle in Ötlingen sind so gut wie abgeschlossen. Vor der bevorstehenden Innensanierung im zweiten Bauabschnitt waren jetzt noch 210.000 Euro nachzufinanzieren. Foto: Carsten Riedl

Erstens wird es teurer – und zweitens als man denkt. Gerade die öffentliche Hand macht diese Erfahrung regelmäßig, sei es bei Neubauten oder bei Sanierungen. Die Eduard-Mörike-Sporthalle in Ötlingen stellt also keine ernsthafte Ausnahme dar: Die aktuellen Sanierungskosten sind gegenüber den 1,75 Millionen Euro aus der Berechnung von 2022 auf 2,45 Millionen Euro gestiegen. Trotz der Differenz von 700.000 Euro hatte der Kirchheimer Gemeinderat jetzt allerdings „nur“ 210.000 Euro als überplanmäßige Ausgabe zu genehmigen.

Das heißt aber noch lange nicht, dass die Zahlen „schöngerechnet“ wurden. So waren im Haushalt ohnehin schon 2,08 Millionen Euro bereitgestellt worden. Dadurch verringert sich das buchungstechnische Defizit rein rechnerisch auf knapp 370.000 Euro. Zusätzlich war die Stadtverwaltung auf der Suche nach weiteren Einsparmöglichkeiten fündig geworden. Ausgaben in Höhe von fast 180.000 Euro hätten vermieden werden sollen, sodass letztlich noch 190.000 Euro „nachzuschießen“ gewesen wären.

Nicht an falscher Stelle sparen

Einige der Sparvorschläge waren den zuständigen Gremien dann allerdings doch zu weit gegangen, angefangen vom Ötlinger Ortschaftsrat über den Gemeinderatsausschuss für Infrastruktur, Wohnen und Umwelt bis hin zum Gemeinderat, der abschließend zu entscheiden hatte. Auf wenig Gegenliebe stießen die Ideen, am Bodenbelag sowie an den Malerarbeiten für die Betonwände zu sparen. Dadurch hätten sich die Kosten um 20.000 Euro reduziert.

Wenn schon, denn schon: Nach dieser Devise hat sich der Gemeinderat einstimmig dafür ausgesprochen, auf diese beiden Gewerke nicht zu verzichten. So kam es also zur Gesamtsumme von 210.000 Euro, die im Haushalt zusätzlich bereitzustellen waren.

„Unvorhergesehenes“ gestrichen

Was ist nun der Grund für die Diskrepanz zwischen den Kostenberechnungen von 2022 und 2025? Vor allem liegt es an den Preissteigerungen, die inzwischen eingetreten sind und die mit rund neun Prozent Mehrkosten zu Buche schlagen. Auch die Wiederherstellung der Außenlagen nach den Bauarbeiten ist bei der Kostenfortschreibung mit 110.000 Euro verzeichnet. Daran sei aber nicht zu sparen, hieß es, weil es wirklich nur um die Wiederherstellung geht – also darum, die Schäden zu beheben, die durch die Arbeiten zwangsläufig entstanden sind, und nicht um neue Außenanlagen.

Ein weiterer großer Posten der Nachberechnung waren die 136.000 Euro für „Unvorhergesehenes“. So sinnvoll es ist, für solche Fälle, die nicht abzusehen sind, Geld einzuplanen, so leicht konnte der Gemeinderat nun darauf zu verzichten, weil der erste Bauabschnitt – die Sanierung der Außenhülle samt Dachabdichtung und Fluchttreppe – bereits so gut wie abgeschlossen ist. Unvorhergesehenes kann an dieser Stelle also nicht mehr auftauchen.

Bei der Innensanierung, die im kommenden Jahr noch folgt und die ohnehin geringere Ausmaße hat, war das Risiko, dass noch etwas Größeres auftauchen könnte, mit dem niemand gerechnet hat, als vergleichsweise gering einzuschätzen. Es bleibt also die berechtigte Hoffnung, dass nicht doch noch eine weitere überplanmäßige Ausgabe nötig wird.

Falls doch, wäre das eine gewisse Ironie des Schicksals: Um sich vor allzu großen und unerwarteten Kostensteigerungen zu schützen, werden ja eigens Puffer für Unvorhergesehenes mit eingeplant. Diesen Puffer schon jetzt zu streichen, wäre also ein Schildbürgerstreich, sollte es nachher anders kommen als gedacht.

Tannenbergstraße hilft aus

Bei der ganzen Geschichte gibt es noch ein zusätzliches Schmankerl: Die überplanmäßigen 210.000 Euro sollen im Haushalt gedeckt werden durch die Einsparungen beim Bau der Kindertagesstätte Tannenbergstraße. Dieser Bau hatte nämlich nicht die vorgesehenen 9,5 Millionen Euro gekostet, er war um 500.000 Euro günstiger. Projekte, deren finanzielle Löcher sich mit dieser Summe stopfen ließen, gibt es aber mehr als genug in Kirchheim – beispielsweise die Eduard-Mörike-Sporthalle.