Von außen betrachtet, ist der Bau des neuen Kirchheimer Verwaltungsgebäudes am Rollschuhplatz schon ziemlich weit fortgeschritten. Was da vor allem noch fehlt, ist die vorgesetzte Fassade. Das soll aber bis Ende des Jahres erledigt sein, wie Beate Kloss-Nitzschke, die stellvertretende Leiterin des Sachgebiets Hochbau, den Mitgliedern des Gemeinderatsausschusses für Infrastruktur, Wohnen und Umwelt bei einer Baustellenbesichtigung mitteilte.
Im Inneren dagegen muss sich noch sehr viel tun, bis das Gebäude bezugsfertig ist. Und doch stieg die Begeisterung der Besucher mit jedem Stockwerk, das erklommen wurde. Genau genommen, wurden aus Zeitgründen nur drei Etagen besichtigt – das Erdgeschoss sowie die beiden Dachgeschosse. Letztere aber sind das Spektakuläre am neuen Gebäude, bieten sie doch trotz der geneigten Dachfenster großartige Ausblicke in fast alle Richtungen. Kirchheim zeigt sich da aus ungekannten und sogar ungeahnten Perspektiven.
Für das Gebäude gilt dasselbe wie für das emporsteigende Gremium im Treppenhaus: „Es schreitet gut voran“, sagte Beate Kloss-Nitzschke. Dennoch verzögere sich die Schlüsselübergabe gegenüber der ursprünglichen Planung um zwei bis drei Monate. Das habe hauptsächlich mit den Brandschutzbestimmungen zu tun – wobei sich aber das Warten auf die Ergebnisse der zähen Verhandlungen gelohnt habe. Eine Sprinkleranlage im Inneren des Gebäudes ist demnach nicht mehr nötig. Das ist insofern eine gute Nachricht, als eine solche Anlage selbst im Ernstfall wenig nutzen könnte, verglichen mit dem Schaden, den sie anrichten würde.
Die Bauverzögerung sorgt dafür, dass die Stadtverwaltung wohl erst Ende des ersten oder Anfang des zweiten Quartals 2026 damit beginnen kann, das Gebäude dem eigentlichen Zweck nach nutzen zu können: Die Räume dienen dann als Arbeitsplätze, für Besprechungen und als Begegnungsorte. Auf jeder Etage wird getrennt zwischen öffentlichen, halböffentlichen und internen Bereichen.
Heiraten wird „aussichtsreich“
Öffentlich sind das Treppenhaus, die Gänge und die Warteräume. Halböffentlich sind die Besprechungszimmer, und intern sind die jeweiligen Büros, wobei auch die Besprechungsräume intern genutzt werden können – was wiederum den Begriff „halböffentlich“ ganz gut erklärt. Eine andere Art von „Halböffentlichkeit“ hat das Trauzimmer zu bieten, das auf der Westseite des oberen Dachgeschosses entstehen soll: mit exklusivem Blick auf die Türme des Rathauses und der Martinskirche. Heiraten war also in Kirchheim selten so „aussichtsreich“, wie es sich jetzt schon für die Zeit ab Frühjahr 2026 absehen lässt.
Nach Osten hin – also zum Rollschuhplatz – entsteht ein Veranstaltungsraum, der sich unabhängig von den Bürozeiten nutzen lässt. Treppenhaus und Aufzüge sind von außen zugänglich, auch wenn in den sonstigen Etagen kein Betrieb mehr herrschen sollte. Die Terrasse zum Rollschuhplatz hin soll dagegen nur von innen zugänglich sein. Trotzdem dient sie als Bühne, um den Platz zu „bespielen“. Sie kann aber auch für die Stehempfänge nach Hochzeiten genutzt werden. Vom Trauzimmer in himmlischen Höhen geht es demnach – wenn auch bei Sekt und Häppchen – rasch zurück auf den „Boden der Tatsachen“.
Der Name „Verwaltungsgebäude“ ist also nicht ganz so passend, weil das Haus in vielerlei Hinsicht auch der Allgemeinheit zur Verfügung steht. Vielleicht lässt sich bis zur Eröffnung noch ein geeigneterer Name finden.

