Sommernachtskino
Großer Applaus – auch für die leisen Töne

Die Open-Air-Saison auf dem Kirchheimer Martinskirchplatz hat mit dem Dankeschönabend 
für ehrenamtlich Engagierte begonnen sowie mit viel Musik und Wettbewerb auf der Leinwand.

Volles Haus auf dem Martinskirchplatz: Der Ehrenamtsabend und das passende Sommerwetter haben für einem rundum gelungen Auftakt des Sommernachtskinos gesorgt. Foto: Jörg Bächle

Ins rechte Licht gesetzt wurde nicht nur der Martinskirchplatz zum Eröffnungsabend des Kirchheimer Sommernachtskinos. Ins rechte Licht gerückt hat die Stadt Kirchheimer auch ihre vielen ehrenamtlich Tätigen, die in den Genuss einer Karte für den „Dankeschönabend“ gekommen sind. „In welchem Bereich auch immer Sie ehrenamtlich im Einsatz sind und was auch immer Sie tun: Es zählt für unsere Gesellschaft. Deswegen ist dieser Abend ein kleines Dankeschön für Sie alle“, sagte Oberbürgermeister Pascal Bader.

Ehrenamtliche Arbeit sei „nicht bezahlbar“ – und „gerade deshalb gibt es so vieles, was wir ohne Ihr Engagement gar nicht anbieten könnten in Kirchheim“, wandte er sich weiterhin direkt an die Gäste. Der Lohn für die Arbeit sei oft genug nichts anderes als die Genugtuung, etwas Sinnvolles zu tun, und das Gefühl, dass es richtig ist, genau das zu tun.

Alles andere, was als „Belohnung“ kommt, könne tatsächlich nur ein kleines Dankeschön sein. Wie beim Ehrenamtsabend im Kino, seien das vergünstigte bis kostenlose Eintritte: „Der Landkreis Esslingen führt dafür jetzt die Ehrenamtskarte ein, und wir Städte unterstützen das gerne.“

Auch auf den Film des ersten Abends ging der Oberbürgermeister ein: Bei „Die leisen und die großen Töne“ geht es unter anderem um den Gegensatz zwischen professionellen Musikern in klassischen Orchestern und den Mitgliedern einer Blaskapelle im Norden Frankreichs. In beiden Fällen braucht es engagierte Dirigenten. Während aber Thibaut weltweit höchste Anerkennung und entsprechende Gagen für seine Arbeit mit dem Taktstock erhält, muss sein Bruder Jimmy gedrängt werden, die Leitung der Kapelle zu übernehmen, in der er bislang die Posaune gespielt hat.

Ruhm und Ehre gäbe es auch für Jimmy zu gewinnen, aber das Vorspiel im entscheidenden Wettbewerb eskaliert noch vor Beginn. Die beiden ungleichen Brüder, die erst als Erwachsene von der Existenz des jeweils anderen erfahren, raufen sich nicht nur zusammen, sie arbeiten auf ganz unterschiedliche Art auch zusammen.

Die leisen Töne wie auch die großen Töne gebe es aber nicht nur auf der Filmleinwand, stellte Pascal Bader fest. „Das gibt es auch im Alltag. Und gerade im Ehrenamt sind es häufig die leisen Töne. Oftmals wird die Arbeit auch nicht mit großem Applaus bedacht.“ Trotzdem brauche es manchmal auch die großen Töne – „wenn es darum geht, Haltung zu zeigen, aufzustehen und etwas in Bewegung zu setzen“.

„Dieser Platz ist fantastisch“

In Bewegung gesetzt wird auch das Sommernachtskino, das sich für 2026 und 2027 ein Ausweichquartier suchen muss, weil die Sanierung des Kornhauses dann auch im August den Martinskirchplatz in Beschlag nehmen wird. „Dieser Platz hier ist einfach fantastisch“, erkannte auch der Oberbürgermeister an, dass es eigentlich keinen adäquaten Ersatz geben kann. „Wenn aber nach der Martinskirche auch das Kornhaus saniert ist, wird die Stimmung hier noch besser, als sie ohnehin schon ist.“

Oberbürgermeister Pascal Bader (rechts) und Kino-Betreiber Reimund Fischer begrüßen gemeinsam die Gäste am ersten Abend der neuen Open-Air-Kino-Saison. Foto: Jörg Bächle

Kino-Betreiber Reimund Fischer erinnerte daran, dass noch eine Woche zuvor Bauzäune den halben Platz abgesperrt hatten und dass noch niemand auf die Idee gekommen wäre, dass es rund um die Martinskirche das gewohnte Sommernachtskino-Angebot geben könne. Deshalb bedankte er sich bei der evangelischen Gesamtkirchengemeinde, dass er den Kirchplatz wieder für 25 Kinonächte übernehmen konnte. Zusätzlich bedankte er sich bei der Stadt, die für die Sanierung des Kornhauses verantwortlich ist, dass ihm der Platz wie vereinbart frei von Baustelleneinrichtungen übergeben wurde.

Oberbürgermeister wie Kino-Betreiber freuten sich gleichermaßen über die Rückkehr des Sommers – pünktlich zum Start des Sommernachtskinos. Damit sind die drei Komponenten „Sommer“, „Nacht“ und „Kino“ vereint – und die weiteren Aussichten lassen erwarten, dass sich das zumindest in der ersten Hälfte der Kino-Saison 2025 auch nahtlos so fortsetzt.