Nun steht dem Neustart eines Kinos in Kirchheim nichts mehr im Wege. Der Kirchheimer Gemeinderat ist am Mittwochabend dem Vorschlag der Stadtverwaltung mehrheitlich gefolgt und stellt dem Verein „Kommunales Kino Kirchheim“ das Stadtkino in der Max-Eyth-Straße mietfrei zur Verfügung.
Von den Mitgliedern, die schon lange in den Startlöchern stehen, war das Votum mit großer Spannung erwartet worden. „Jetzt können wir loslegen“, sagt Vorstandsmitglied Günter Hörcher am Tag nach der Entscheidung. Bereits am Samstag beginnen die Umbauarbeiten im Stadtkino. „Zuerst müssen wir die Theke im Kinosaal abbauen“, sagt er. Die Theken im Eingangsbereich bleiben erst einmal stehen. Anschließend müssen die 56 Kinosessel, die sich noch im stillgelegten Tyroler-Kino befinden, abtransportiert und im Stadtkino eingebaut werden. Die Kino-Technik wird der Familie Frech abgekauft und im Stadtkino installiert. „Wir können einiges in Eigenleistung machen, aber wir werden auch Handwerker brauchen“, sagt Hörcher. Besonders bei der Technik sei es für den ungetrübten Kinogenuss wichtig, dass alles professionell eingemessen und kalibriert werde.
Jeder Euro hilft, das Stadtkino noch schöner und einladender zu machen.
Günter Hörcher, Vorstand Kino-Verein Kirchheim
Die Kosten für Umbau und Betrieb muss der Verein selbst stemmen. „Die Stadt gibt uns – abgesehen von der Mietfreiheit – nichts“, sagt Hörcher. Alles muss über Spenden finanziert werden. „Wir haben zum Glück einen sehr guten Zuspruch“, so der Kino-Enthusiast. Allerdings helfe jeder Euro, das Stadtkino noch schöner und einladender zu machen.
Bereits in der kommenden Woche, am Mittwoch, 8. Oktober, um 18.30 Uhr findet im Stadtkino eine „Stunde der offenen Tür“ statt. „Alle, die den Saal im leeren Zustand besichtigen wollen, sind dazu eingeladen“, sagt Günter Hörcher. Das Vorstandsmitglied hofft, mit der Veranstaltung auch noch ein paar weitere Ehrenamtliche anzulocken. Aktuell zählt der Verein Kommunales Kino Kirchheim 80 Mitglieder. „Wir sind noch nicht komplett versorgt und freuen uns über alle Helfer“, sagt er. Sowohl Menschen, die beim Umbau die Ärmel hochkrempeln wollen, werden gesucht als auch Ehrenamtliche, die dauerhaft bei der Programmgestaltung mitwirken wollen.
Wann der Verein bereit ist, seinen ersten Film zu zeigen, kann Günter Hörcher noch nicht genau sagen. Spätestens Anfang nächsten Jahres soll es aber so weit sein. Aktuell sind jeweils zwei Vorführungen immer freitags, samstags, und sonntags geplant. „Unter der Woche ist es wahrscheinlich nicht wirtschaftlich“, sagt das Vereinsmitglied. Um den Saal auch unter der Woche zu nutzen, sind Kooperationen mit anderen Kulturbetrieben oder Schulen geplant, die dafür eine Aufwandsentschädigung entrichten. „Wir hatten schon viele Anfragen, mussten aber bisher immer vertrösten“, sagt Hörcher. Er könnte sich vorstellen, dass das Stadtkino als Veranstaltungsort gefragt ist. „Die Stadthalle wird ja aktuell saniert und ist auch nur ein Veranstaltungsort in Kirchheim“, sagt er.
Unter www.koki-kirchheim.de wird der Verein Kommunales Kino Kirchheim in den kommenden Wochen über die Baufortschritte informieren. Dort finden sich auch Informationen dazu, wie Interessierte unterstützen können, sowie zum Spendenkonto.

