Kostenexplosion
Jesinger Gemeindehalle sorgt für böse Überraschung

Bei der Sanierung der Halle stößt der Brandschutz den Mitgliedern im Gemeinderat sauer auf.

Hier werden dieses Jahr keine Feste mehr stattfinden: Der große Saal der Jesinger Gemeindehalle ist zum Problemfall geworden. Foto: Irene Strifler

Die Jesinger Gemeindehalle soll wieder das werden, was sie einmal war: ein Ort, an dem die Bürger zusammengekommen, Feste abgehalten werden, der Bär steppt und ein attraktives Gastroangebot vorliegt. Momentan ist das jedoch Fehlanzeige: Der große Saal ist verrammelt, er wird saniert.

Seit 2023 wird die Halle „auf Stand gebracht“, wie es Ortsvorsteherin Gabriele Armbruster im Infrastrukturausschuss der Stadt Kirchheim formulierte. Jetzt kam es zu zwei bösen Überraschungen: Zum einen blieb in der Planung eine notwendige Brandmeldeanlage unberücksichtigt. Ihre Einrichtung bedeutet 33.000 Euro mehr an Ausgaben als geplant. Außerdem kamen an der Holzzwischendecke im großen Saal Schwarzfärbungen an den Leuchten zutage, die auf Überhitzung zurückzuführen sind. Deshalb muss die Beleuchtung komplett getauscht werden. Hierfür werden 62.000 Euro veranschlagt. Immerhin wird die Beleuchtung später nicht nur heller, sondern auch preisgünstiger als bisher. Alles in allem muss die Stadt knapp 100.000 Euro mehr als geplant für die Hallensanierung berappen.

Handwerker statt Partygäste: Die Sanierung der Jesinger Gemeindehalle verzögert sich. Foto: Irene Strifler

Dies sorgte unter den Stadträten nicht gerade für Freude. „Die Gemeindehalle ist ein wichtiges Element für die Stadt und den Ortsteil und eine bedeutende Anlaufstelle für Vereine“, machte Reinhold Ambacher (Freie Wähler) aus Jesingen klar, in welcher Falle die Verantwortlichen sitzen: Obwohl es im aktuellen Haushalt um Einsparungen selbst kleinster Summen geht, wird sich dieser zusätzliche Riesenbatzen nicht vermeiden lassen. Ambacher schimpfte über die Brandschutzauflagen, die teils nicht nachvollziehbar seien. Was er an den Kosten für die Beleuchtung besonders kritisierte, war die Tatsache, dass zwei Drittel der Summe durch die reinen Elektroarbeiten entstehen, ein weiteres Drittel aber allein auf diverse Honorare für Planungen und Anträge zurückgeht: „Das stößt uns sauer auf.“

CDU-Vertreter Dieter Franz Hoff schüttelte den Kopf darüber, dass der Brandschutz vergessen wurde: „2023 hätte die Brandschau dazugehört“, mahnte er, sah nun aber auch keine Alternative. Er sprach die Hoffnung aus, nach der Sanierung auch wieder einen Wirt für die Gaststätte zu finden.

Zähneknirschend genehmig­te der Ausschuss einstimmig die überplanmäßigen Ausgaben in Höhe von 95.000 Euro. Die ­Halle wird mindestens bis ­Jahresende gesperrt bleiben.