Aktionsplan
Kampf gegen den Autobahnlärm

Die Stadt Kirchheim und zahlreiche weitere Kommunen setzen sich für ein Tempolimit auf der A8 ein. Sie wollen dadurch erreichen, dass die Lärmbelastung für die Einwohnerschaft abnimmt.

Der Autobahnlärm zwischen Flughafen und Aichelberg ist auf einen hohen Anteil an Schwerlastverkehr zurückzuführen. Die meisten Anliegerkommunen wollen ein Tempolimit durchsetzen – auch wenn das den Lkw-Lärm nicht wirklich reduzieren dürfte.   Foto: Carsten Riedl

Anders als es der Name vermuten lassen könnte, geht es darum, den Lärm zu reduzieren: Mit dem „Lärmaktionsplan“ geht die Stadt Kirchheim gegen den Verkehrslärm vor. In der vierten Runde ist es der Lärm von der Autobahn, der minimiert werden soll. „Es handelt sich um ein gemeinsames Vorgehen mit anderen Anliegerkommunen der A 8. Wir haben eine Kanzlei beauftragt, weil man da rechtlich argumentieren muss“, sagte Oberbürgermeister Pascal Bader im Gemeinderat. 

Kirchheims Erster Bürgermeister Günter Riemer ergänzte: „Wir leiten ein formelles Verfahren ein. Hintergrund ist der Gesundheitsschutz, der Schutz vor Lärm. Und Verkehrslärm ist einer der Hauptfaktoren der Lärmbelastung in unserer Gesellschaft.“ In Kirchheim gebe es eine besonders hohe Lärmbelastung durch die hohe Verkehrsdichte auf der Autobahn: „Da sind jeden Tag 95.000 Fahrzeuge unterwegs, und dabei gibt es einen besonders hohen Anteil an Schwerlastverkehr.“

Weniger Tempo, weniger Lärm

Nach den ersten drei Stufen des Lärmaktionsplans, die vor allem innerstädtisch vielfach die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde gedrosselt haben, soll es nun also darum gehen, auch auf der Autobahn das maximale Tempo deutlich zu beschränken. Tempo 30 dürfte sich in diesem Fall allerdings nur bei Staus und Verkehrsstockungen erreichen lassen. Denkbar wäre für die Autobahn vielleicht ein Limit von 120 Kilometern pro Stunde. „Wichtig, um das voranzubringen, ist die Tatsache, dass wir uns als Kommunen einig sind“, stellte Günter Riemer fest und ergänzte: „Zwischen Flughafen und Aichelberg machen fast alle Kommunen mit.“ Die Einigkeit der Kommunen ist das eine, die Argumentation ist das andere. „Bislang sind Tempolimits auf der Autobahn bei uns abgelehnt worden“, berichtete der Bürgermeister aus langjähriger Erfahrung.

An einer Stelle der Argumentationskette beißt sich Katze allerdings in den Schwanz, weswegen der neuerliche Anlauf zum Tempolimit trotz Einigkeit der Kommunen schwierig werden könnte: Wenn der Lärm vorwiegend vom Schwerlastverkehr ausgeht, nutzt eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 120 nichts, weil die Lastwagen normalerweise ohnehin langsamer unterwegs sind.