Kirchheim. Nach einem Treffen mit der Stadt Kirchheim hat der Verein Kommunales Kino Kirchheim Gewissheit: Die Stadtverwaltung will ihm das Stadtkino in der Max-Eyth-Straße mietfrei zur Verfügung stellen, um dort wieder Kinobetrieb zu etablieren. Allerdings muss der Gemeinderat noch zustimmen. Die Entscheidung wird voraussichtlich in der Sitzung am 1. Oktober fallen. Vorstandsmitglied Günter Hörcher ist optimistisch, will dem Gremium aber nicht vorgreifen. „Wir wissen, dass der Gemeinderat das letzte Wort hat.“
Großer Schritt nach vorne
„Das Treffen war ein wichtiger Schritt für uns“, sagt Hörcher im Namen des Vereins, der sich ursprünglich gegründet hatte, um das Wohnzimmerkino Tyroler weiterzuführen. Dieser Plan ist bekanntlich am Brandschutz gescheitert. Für den Verein ist das Stadtkino nun die letzte Möglichkeit, dem Kirchheimer Publikum wieder auf großer Leinwand Filme zu zeigen.
Abgesehen von der Mietfreiheit muss der Verein ohne Unterstützung der Stadt Kirchheim zurechtkommen. Die Stadtverwaltung hat bei dem Treffen erneut klargemacht, dass sie aufgrund der schlechten finanziellen Lage nichts beisteuern kann. Der Verein kann jedoch auf Spenden zurückgreifen, mit denen die „Initialkosten“, wie Günter Hörcher sie nennt, gestemmt werden sollen. Das Stadtkino Kirchheim verfügt über keinerlei Kino-Technik mehr. Der Verein wird das Equipment gebraucht von den ehemaligen Betreibern des Tyroler und des Central, Familie Frech, erwerben. Die Sessel werden teils von der Stadtkino-Empore geholt und im Saal wieder aufgestellt. Ein weiterer Teil wird aus dem Tyroler stammen. „Die Sessel wollen wir in Eigenleistung einbauen“, sagt Günter Hörcher. Für das Überholen und den Einbau der Technik sind hingegen Profis notwendig.
Sollte der Gemeinderat am 1. Oktober zustimmen, muss es in den Augen des Vereins sehr schnell gehen. „Kino ist ein Saisongeschäft, und wir wollen möglichst viel vom Winterhalbjahr mitnehmen“, sagt Günter Hörcher. Die Hoffnung ist, vielleicht sogar noch in diesem Jahr, spätestens jedoch Anfang nächsten Jahres starten zu können.
Der Verein versteht sich als „Programm-Kino“. Vorbilder sind die Kinos Tyroler und Central, die viele Jahre lang von Ulrike und Eberhard Frech betrieben worden sind. Ziel ist es, an drei Tagen – Freitag, Samstag und Sonntag – je zwei anspruchsvolle Filme zu zeigen, die von der Programm-Arbeitsgruppe ausgewählt werden. Der Verein ist offen für neue Mitglieder, die in einer der vier Arbeitsgruppen – Programmgestaltung, Betrieb, Kinosessel-Installation, Öffentlichkeitsarbeit – mitwirken wollen. Auch Menschen, die einfach nur Mitglied werden oder etwas spenden möchten, sind willkommen. Mehr Informationen gibt es auf www.koki-kirchheim.de.

