Vom Turm der Martinskirche aus lassen sich schon bald große Veränderungen beobachten. Die Bauarbeiten, mit denen auf einem Großteil des Kreissparkassen-Areals an der Alleenstraße neue Wohngebäude entstehen sollen, haben bereits begonnen. Für das Gebiet gleich nebenan, auf der nördlichen Seite der Mühlgasse, hat der Kirchheimer Gemeinderat jetzt den Aufstellungsbeschluss für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan gefasst.
Vorgesehen ist eine Bebauung „im selben polygonalen Duktus“, wie es von Seiten der Stadtverwaltung hieß. Diese Beschreibung passt auch auf das Bestandsgebäude, das der Neubebauung weichen wird und in dem bisher noch der Teckbote untergebracht ist. Durch die geplante Verlagerung des Teckboten ins Druckhaus in der Einsteinstraße wird das Gelände an der Ecke Alleenstraße / Mühlgasse frei.
Dort sollen dann überwiegend Wohnungen entstehen, vor allem in den Obergeschossen. Der rückwärtige Bereich, auf dem sich heute noch der Firmenparkplatz befindet, ist komplett für Wohnungen vorgesehen. Die Gebäudehöhe ist gestaffelt, sodass der Umgebungsbebauung nicht allzu viel Licht genommen wird. Begrünte Dächer sollen entlang der Mühlgasse auch Freibereiche in Form von Dachterrassen bieten.
Für das Erdgeschoss im Hauptgebäude entlang der Alleenstraße ist auch an eine gewerbliche Nutzung gedacht. Außerdem integriert das Vorhaben – wie auch nebenan im Fall der Kreissparkasse – eine Kindertagesstätte, für Kinder unter drei Jahren. Verkehrstechnisch sind die Projekte nördlich und südlich der Mühlgasse ebenfalls eng miteinander verbunden: Beide nutzen dieselbe Einfahrt, um die jeweils eigenen Tiefgaragen zu erschließen.
Was bei einigen Mitgliedern des Gemeinderats nur bedingt auf Gegenliebe stieß, war die Kompensation der Sozialbauverpflichtung durch die Schaffung von Kindergartenplätzen. Aus Sicht der Stadtverwaltung ist das aber durchaus sinnvoll, zumal nach Fertigstellung und Bezug der Wohnungen an dieser Stelle mit einem erhöhten Bedarf an Betreuungsplätzen zu rechnen ist.
Trotz der eher grundsätzlich geäußerten Bedenken hat der Gemeinderat dem Aufstellungsbeschluss mit großer Mehrheit zugestimmt – bei lediglich drei Gegenstimmen.

