Die Kinder, die den Konrad-Widerholt-Kindergarten besuchen, erleben in diesen Tagen wenig Stabilität in ihrer Einrichtung. Wie berichtet, haben insgesamt vier Erzieherinnen gekündigt. Zwei sind schon weg und wechseln in den Jurten-Kindergarten, der aktuell auf dem Schafhof entsteht. Die Stimmung bei Eltern, Kindern und Erzieherinnen sei im Keller, berichten Eltern im Gespräch mit dem Teckboten. Viele Kinder weinten und wollten nicht mehr in den Kindergarten. „Wir sind sehr traurig, dass uns so viele gute Erzieherinnen verlassen“, sagt die Mutter eines KW-Kindergartenkindes, die Elternbeirätin und Mitglied im Gesamtelternbeirat (GEB) Kita ist. Ihr Name soll nicht in der Zeitung erscheinen. Sie hofft, dass die Stadt Kirchheim alles daran setzt, die Situation zu stabilisieren und die Erzieherinnen schnellstmöglich zu ersetzen. Die Stellenausschreibung für den KW-Kindergarten soll in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. „Wir können nicht sagen, dass unsere Leitung und die Stadt nichts tun“, sagt sie. Man sei in engem Austausch.
Dennoch gibt es Punkte, über die die Eltern sich ärgern. Sie wünschen sich von der Stadt beispielsweise mehr Tempo bei der Besetzung leerer Stellen. Und sie beklagen mangelnde Transparenz, haben das Gefühl, dass sie so spät wie möglich informiert wurden. Als Beispiel nennt die Elternbeirätin den Elternabend, der kurz nach der Kündigungswelle stattfand und bei dem der pinke Elefant, nämlich der bevorstehende Personalmangel, nicht einmal Thema gewesen wäre, wenn die Eltern nicht aktiv nachgefragt hätten. „Man muss nicht alles nach außen tragen, aber es gibt Dinge, bei denen wir als Eltern Planbarkeit benötigen“, sagt sie. Wenn Kündigungen anstehen, findet sie frühzeitige Information wichtig, damit die Eltern sich darauf einstellen können, dass es demnächst mehr Teilschließungen geben könnte.
Dass der Kindergarten im anstehenden Winterhalbjahr aufgrund der aktuellen Situation häufiger Öffnungszeiten kürzen muss, steht für die Eltern jetzt schon fest. Teilschließungen gehören im KW-Kindergarten besonders im Herbst und Winter zum Alltag. Im Jahr 2024 gab es nach Aussage des GEB bislang 24 Einschränkungen der Öffnungszeiten in verschiedenen Gruppen des KW-Kindergartens (Stand 14. November). Die Zahlen stammen von der Stadt. Wie viel oder wie wenig das ist, kann der GEB nicht sagen, weil ihm der Überblick fehlt, welche Kitas wie stark betroffen sind. Eine Art Ampel, die Aufschluss darüber gibt, wie schlimm die Situation gerade wo ist, hat der GEB nach einigen Angaben schon wiederholt gefordert.
Für die Eltern steht jedoch fest: Jede Teilschließung ist eine zu viel, weil sie für Eltern und Kinder Stress bedeutet, Vereinbarkeit erschwert und Existenzen gefährdet. Beim jüngsten Elternabend im KW-Kindergarten habe eine Mutter gesagt: „Wenn ich nicht arbeite, ist meine Familie am Existenzminimum.“
Bei Teilschließungen rate die Stadt den Eltern regelmäßig, die Betreuung irgendwie untereinander aufzuteilen. Das sei aber nicht richtig, sagt Elisa Fröhlich, Vorsitzende des Gesamtelternbeirats Kita: „Die Eltern nehmen viel zu viel ab. Man sieht, wie sich die Erzieherinnen anstrengen, und man will entlasten. Aber wenn die Eltern immer intern nach Lösungen suchen, baut sich nicht genügend Druck auf.“
Der GEB weiß, dass Teilschließungen immer nur die letzte Option sind. „Der KW-Kindergarten, auch die anderen Kindergärten, geben sich Mühe, Teilschließungen zu verhindern. Die verzichten auf ihren freien Nachmittag, die Köchin hilft mit aus, man organisiert Personal aus anderen Kitas“, sagt die Elternbeirätin. Für die Kinder sei das aber auch ungut, „wenn täglich anderes Personal da ist“.
Neben mehr Transparenz wünschen sich die Eltern also mehr Verlässlichkeit. Die Kita-App werten sie als ersten Schritt in die richtige Richtung, damit Eltern frühzeitiger über Teilschließungen informiert werden können. „Wir wollen unseren Kindergarten nicht schlechtreden. Das ist ein toller Kindergarten, und bis vor ein paar Wochen waren wir völlig zufrieden“, sagt die Mutter. „Wir wollen einen verlässlichen und fröhlichen Alltag für unsere Kinder.“

