Sanierung
Vorläufiger Betrieb auf zwei Etagen?

Trotz der angekündigten Verzögerung beim Innenausbau des Kirchheimer Kornhauses stellt Oberbürgermeister Pascal Bader eine eingeschränkte Nutzung ab dem Jahreswechsel 2027/2028 in Aussicht.

Das Kornhaus präsentiert sich derzeit mit einer verhüllten Außenhülle. Ende 2027 soll die Außensanierung abgeschlossen sein. Erd
Das Kornhaus präsentiert sich derzeit mit einer verhüllten Außenhülle. Ende 2027 soll die Außensanierung abgeschlossen sein. Erdgeschoss und erstes Obergeschoss stünden dann mit gewissen Einschränkungen auch schon für Veranstaltungen zur Verfügung. Foto: Andreas Volz

Groß war und ist der Schock unter all denen, die sich in Kirchheim der Kultur verpflichtet fühlen, als es hieß, dass sich der Innenausbau des Kornhauses wegen der desolaten Haushaltslage um mindestens ein Jahr verzögert. Groß ist nach wie vor die Unsicherheit, was sich hinter diesem „mindestens“ verbirgt. Geht es dem Kornhaus, einem kulturellen Zentrum Kirchheims, demnach ähnlich wie dem Hallenbad? 

Wirkliche und belastbare Antworten auf diese Frage kann erst die Zukunft geben – genau jene Zukunft also, an die sich die Stadt Kirchheim Ende Juli mittels einer Zeitkapsel-Botschaft am Kornhaus gewandt hatte. Als das Museum 2016 aus Brandschutzgründen geschlossen wurde, hatte sicher niemand auf dem Schirm, dass die Wiedereröffnung zehn Jahre später immer noch nicht über die Bühne gegangen sein wird. Auch heute wird wohl kaum jemand ernsthaft glauben, dass sich diese Geschichte noch weitere zehn Jahre hinzieht – also bis 2036.

Andererseits: Wie viele Bauprojekte haben sich über Jahre und Jahrzehnte hinweg nicht schon verzögert? Das Kirchheimer Hallenbad ist immerhin bereits 2011 geschlossen worden, und ein Zeithorizont zeichnet sich nirgends ab, wann und wo es jemals wieder ein Hallenbad auf Kirchheimer Gemarkung geben wird.

Der Vorteil beim Kornhaus allerdings: Das Gebäude steht. Es wird nicht abgerissen. Vielmehr sind die Sanierungsarbeiten in vollem Gange. Die aktuelle Verhüllung zur Max-Eyth-Straße hin ist auch kein Kunstprojekt, sondern sichtbares Zeichen dafür, dass die Bauarbeiten vorangehen.

Was aber bedeutet es, wenn der Innenausbau verzögert wird, weil die Stadt die notwendigen Arbeiten dafür nicht ausschreiben und somit auch nicht vergeben kann? Geht es dabei nur um die Möblierung der neuen Dauerausstellung des Museums? Geht es daneben auch um den Multifunktionsraum im Dachgeschoss, der unter anderem als Sitzungssaal des Gemeinderats dienen soll? Geht es um den Aufzug oder um die Gastronomie im Erdgeschoss?

Was ab 2028 schon nutzbar ist

Oberbürgermeister Pascal Bader erklärt dazu: „Ende 2027 soll das Kornhaus außen komplett fertig sein. Innen müsste auf jeden Fall schon das Erdgeschoss nutzbar sein. Da fehlt dann noch die eigentlich vorgesehene Beleuchtung, und vielleicht sind auch die Malerarbeiten noch nicht ausgeführt.“ Er weckt sogar die Hoffnung, dass auch das erste Obergeschoss bereits für Veranstaltungen genutzt werden kann. „Wenn alles gut geht, fehlt da vielleicht noch der Parkettboden.“

Was dagegen auf jeden Fall fehlen wird, ist zum einen der Aufzug. Barrierefreiheit wäre demnach nur fürs Erdgeschoss gegeben. Was zum anderen fehlt, sind die Toiletten. Die sind für Veranstaltungen nicht ganz unwichtig. „Aber wenn nur die WCs fehlen, müssen wir eben schauen, dass wir da Übergangslösungen finden“, sagt Pascal Bader.

Ein wesentliches Ausstattungsmerkmal muss dagegen vorhanden sein: die Heizung. Dabei geht es nicht nur darum, dass Menschen, die Veranstaltungen besuchen, ein behaglicheres Raumklima vorfinden. Es wäre schlichtweg Unsinn, den Außenausbau abzuschließen, um danach die Gebäudehülle sich selbst zu überlassen und das frisch sanierte Gemäuer wie auch das Gebälk der winterlichen Kälte auszusetzen.

Bis in einem Jahr jedenfalls zeichnet sich schon deutlicher ab, was ab 2028 im Kornhaus alles möglich sein wird.