Wettbewerb
Was aus dem Teck-Center werden könnte

Hochschularbeiten haben sich mit Gedankenspielen befasst, wie sich das Areal zwischen Stuttgarter Straße und Osianderstraße entwickeln ließe. Am Donnerstag, 1. August, sind die Arbeiten öffentlich zu sehen.

Das Kirchheimer Teck-Center ist nach der Verlegung des Bahnhofs 1975 entstanden. Neun studentische Arbeiten befassen sich nun rein hypothetisch mit der Frage, wie sich das Gebäude im Bestand umgestalten lassen könnte. Foto: Carsten Riedl

Wie könnte es mit dem Teck-Center weitergehen? Diese Frage hat der Kirchheimer Architekt Sascha Luippold – rein hypothetisch – seinen Master-Studenten an der Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden gestellt. Zusätzlich hat seine Büropartnerin Katja Pörtner im ehrenamtlichen Engagement bei der Kammergruppe Esslingen II der Architektenkammer Baden-Württemberg dafür gesorgt, dass für die Arbeiten ein Wettbewerb ausgelobt wurde. Am Donnerstag, 1. August, lassen sich diese Arbeiten von 16 bis 17 Uhr vor Ort besichtigen, im Kleinen Saal der Kirchheimer Stadthalle. Eingebettet in diese Besichtigung ist die öffentliche Preisverleihung durch die Architektenkammer um 16.30 Uhr.
 

„Bauen mit Bestand“

Der Masterstudiengang, für den Sascha Luippold schon seit 15 Jahren verantwortlich ist, heißt „Bauen mit Bestand“ und konzentriert sich vor allem auf den Bestand von Nachkriegsgebäuden, die im Sinne des Nachhaltigkeitsgedankens nicht einfach abgerissen, sondern umgestaltet werden sollen. Ein wichtiger Nebenaspekt dabei ist die „Ökobilanzierung“. Es geht also nicht nur darum, die Bestandsgebäude als solche zu erhalten, sondern dadurch auch die Energie zu „retten“, die damals in das Bauwerk gesteckt wurde, indem es um- und weitergenutzt wird.

Für entsprechende Gedankenspiele ist das Kirchheimer Teck-Center ein lohnendes Objekt. „Es ist ein spannendes Gebäude an einem spannenden Ort mit spannender Geschichte“, sagt Professor Sascha Luippold auch im Blick auf den ehemaligen Standort des Kirchheimer Bahnhofs. Das Teck-Center stehe am Eingang zur Innenstadt und habe den Vorteil, ein „hybrides Gebäude“ zu sein. Es gebe viele unterschiedliche Nutzungen, „das ist also kein Karstadt“. Gerade deshalb betont Sascha Luippold im Gespräch, dass es in der Aufgabenstellung für die Nachwuchs-Architekten nicht darum ging, Konzepte für eine Umgestaltung zu entwerfen, die in Bälde anstehen würde: „Dem Teck-Center geht es ganz gut, es ist aktuell nicht von einer Schließung bedroht.“ Es stellt sich also folgendermaßen dar: „Mit dem Teck-Center muss derzeit nichts passieren – aber es könnte irgendwann etwas passieren.“
 

Eine völlig fiktive Aufgabe

Was ihn besonders freut: „Das Center-Management unterstützt dieses Projekt genauso wie die Kirchheimer Stadtverwaltung. Die Aufgabenstellung ist völlig fiktiv, und es handelt sich auch nicht um eine Auftragsarbeit.“ Es gehe vielmehr darum, möglichst viele gute Ideen zu bekommen, wie die Transformation aussehen könnte, wenn es einmal eine entsprechende Aufgabe gäbe. „Wir haben noch das Thema Wohnen in der Stadt mit reingepackt in die Aufgabenstellung, weil das in Kirchheim ein aktuelles Thema ist.“

Die Aufgabe besteht aus einem Ideen- und einem Realisierungsteil. Im Ideenteil ist auch das gesamte Umfeld einzubeziehen. Gefragt ist ein städtebauliches Konzept samt Wegebeziehungen. Im Realisierungsteil wiederum geht es um die mögliche Umgestaltung des tatsächlichen Objekts. „Die Studierenden haben beide Teile sehr ernstgenommen“, verrät Sascha Luippold schon einmal vorab über die neun eingereichten Arbeiten. Ausgezeichnet durch die Architektenkammergruppe werden die ersten drei Plätze – wobei der Professor vorsichtshalber betont, dass die Bewertung des Wettbewerbs und die Benotung durch die Hochschule unabhängig voneinander stattfinden.