Verwundert haben sich viele Verkehrsteilnehmer am Montag, 14. Juli, die Augen gerieben: Die westliche Alleenstraße in Kirchheim ist gesperrt. Der Grund dafür sind Bauarbeiten der Netze BW, die bis Anfang Oktober in mehreren Bauabschnitten Gasleitungen erneuern. Der erste Abschnitt, der bis 1. August beendet sein soll, betrifft die Kreuzung der Alleenstraße mit der Max-Eyth-Straße. Im zweiten Abschnitt geht es vom 4. bis 29. August um die Alleenstraße zwischen Max-Eyth- und Plochinger Straße. Der dritte Bauabschnitt ist vom 1. bis zum 12. September vorgesehen – in der Mühlgasse bis zur Kanalstraße. Anschließend ist bis 3. Oktober noch ein Teil der Kanalstraße betroffen.
Vor allem bis Ende August ist der Verkehr auf der Alleenstraße an dieser Stelle nur eingeschränkt möglich. Die gewohnte Durchfahrt jedenfalls ist gesperrt. Wer von der Bastion oder der Plochinger Straße herkommt, findet ebenso Hinweise auf Baustelle und Sackgasse vor wie diejenigen, die vom Krone-Kreisel oder aus der Schülestraße kommen. In einer Pressemitteilung der Netze BW, die auch auf der städtischen Homepage veröffentlicht ist, werden „Sperrungen und Umleitungen“ erwähnt. Auch um die Bushaltestelle Martinskirche geht es, die demnach vom 4. bis 29. August entfallen soll.
Komplizierte Wendemanöver
Aber auch jetzt ist es bereits äußerst problematisch, diese Bushaltestelle noch anzufahren: Sie ist zwar in etwa erreichbar, allerdings auch hier ohne Weiterfahrt – und außerdem nur von der Plochinger Straße aus. Die Busfahrer waren also gezwungen, in der Mühlgasse zu wenden und ihre Fahrt über den Umweg östliche Alleenstraße fortzusetzen.
Autofahrer werden sich schon bald an die Sperrung gewöhnt haben. Und auch die Busse dürften die Haltestelle Martinskirche schon jetzt aus ihrem Fahrplan streichen, weil das Umdrehen sich als recht kompliziert erwiesen hat. Wenn die Schilder an den Sperrungen schon für den „normalen“ Autoverkehr vermelden, dass „keine Wendemöglichkeit“ besteht, ist das Wendemanöver für Busse ja noch deutlich schwieriger.
Kirchheims Erster Bürgermeister Achim Rapp verweist auf Nachfrage auf die Pressemitteilung sowie auf die verkehrsrechtliche Anordnung, die unter anderem auch an die Busunternehmen zur Kenntnis gegangen sei. Zudem habe es im Vorfeld der Baustelle mehrere Besprechungen gegeben, die allerdings schon etliche Wochen zurücklägen.
Aber es handelt sich hier nicht um die erste oder gar um die einzige Baustelle, bei der die frühzeitige Information für die Verkehrsteilnehmer eher theoretischer Natur zu sein scheint. In der Praxis wirklich bemerkt werden die Bauarbeiten eben erst, wenn sie tatsächlich begonnen haben. Danach folgt für gewöhnlich erst einmal ein gewisses Chaos, bevor die Gewöhnung einsetzt.


