Leserbrief
Crescente unglaubwürdig

Zum Artikel „Volksparteien geraten in die Minderheit“ vom 31.  August

„Gemeinsame Sache mit den Extremisten – ob rechts oder links – wird es nicht geben.“ So sagte es Herr Crescente (CDU) neulich im Teckboten. Eine klare Aussage, die leider unglaubwürdig wirkt, denn im Januar 2025 konnte die CDU/CSU im Bundestag eine Mehrheit für ihren migrationspolitischen Antrag nur mit den Stimmen der AfD erhalten, was eiskalt einkalkuliert wurde und im peinlich-unappetitlichen Triumphtaumel der AfD endete.

Der Austritt Michel Friedmans aus der CDU nach vierzig Jahren Mitgliedschaft (er sprach von einem unentschuldbaren „Tabubruch“), die drastisch negativen Reaktionen mehrerer Holocaust-Überlebender und die bundesweiten Proteste zeigen, wie schwer dieser Vorgang gewogen wurde.

Grünen-Co-Fraktionschefin Katharina Dröge sagte dazu trefflich: „Ein Antrag hat eine Mehrheit nur deshalb bekommen, weil eine rechtsextreme Fraktion zugestimmt hat.“ Dies sei „sehenden Auges“ geschehen und das Werk von Merz. Wer „gemeinsame Sache“ mit Extremisten kategorisch ausschließt, Herr Crescente, muss sich an dieser Aussage messen lassen. Politische Glaubwürdigkeit entsteht durch die Übereinstimmung von Worten und Handeln.

Ulrich Haussmann, Kirchheim