Leserbriefe

Für Europa geworben

Leserbrief zu der Zuschrift „Verdrehung der Tatsachen“ vom 4. Juni

Lieber Herr Brost, wow, ich war doch einigermaßen erstaunt, dass Sie mich bei meinem Besuch in der Berufsschule gleich zu einer Lobbyistin der Automobilindustrie gemacht haben. Eigentlich sah ich in meinem Engagement einen Dienst für unsere Gesellschaft, denn es galt, für die Sache Europas zu werben.

Dass Sie mir als Vertreterin des Kfz-Handwerks, Ausbildungsbetrieb und lokale Arbeitgeberin dagegen unterstellen, dass ich „Brüssel als Hindernis für (meine) … eigenen Interessen“ darstelle und ich damit gegen die europäische Idee agiere, irritiert doch sehr. Die IHK hatte die gute Absicht in den Berufsschulen aus der Praxis gerade FÜR diese europäische Idee zu werben. Was ist daran falsch? So habe ich über mannigfaltige Errungenschaften und Vorteile aus dem (unternehmerischen) Alltag berichten können, aber auch, wie politische Rahmenbedingungen Einfluss auf unser Geschäftsmodell nehmen. Das gehört zu meiner Verantwortung und zum offenen Diskurs.

Hätten Sie sich mit meiner Person und unserem Unternehmen beschäftigt, so wüssten Sie vielleicht, dass wir uns mit Themen wie Lieferkettengesetz, Nachhaltigkeitsberichterstattung, alternative Antriebe und Mobilität positiv auseinandersetzen. Sie suggerieren aber in Ihrem Leserbrief, ich hätte meinen Besuch in der Schule für Lobbyarbeit der Automobilindustrie missbraucht. Wie um alles in der Welt kommen Sie darauf? Mein Zitat in der Pressemitteilung zur Überregulierung hat sich nicht mal ansatzweise auf unsere Branche bezogen und war so auch nicht rauszulesen. Ich finde es schade, wenn Sie ein freiwilliges, im Sinne Europas gut gemeintes Engagement ohne tiefe Sachkenntnis so negativ bewerten.

Bettina Schmauder, Kirchheim