Kirchheim

Christoph setzt auf Offenheit: „Krasse Nummer“

Kontakt zu Menschen mit psychischen Erkrankungen hatten schon die meisten in der Runde beim AKL, die überwiegend ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) absolvieren: Die Unsicherheit, wie man sich Betroffenen gegenüber verhalten soll, hängt spürbar im Raum. Christof setzt Offenheit dagegen: „Mir hilft es, wenn die Menschen es als Krankheit nehmen und nicht als persönlichen Makel“, sagt Christof, der als 30-jähriger die Diagnose maligner Gehirntumor bekam. Zehn Jahre lebt er mit ständigen Krampfanfällen, verliert mitten auf der Straße oder beim Einkaufen das Bewusstsein. „Krasse Nummer“, nennt Christof kurz und knapp das, was ihm da widerfahren ist. Zuhören, ehrlich Anteil nehmen – das hätte sich Thomas ebenso wie Gina in mancher Situation gewünscht. Stattdessen begegneten ihnen viele mit Angst oder Unverständnis. „Hat jemand ein gebrochenes Bein, kommen alle und wünschen gute Besserung. Aber bei seelischen Erkrankungen machen viele Menschen dicht“, so die Erfahrung der Lebenslehrer. Bei den FSJlern ist die Veränderung nach rund vier Stunden intensiver Arbeit spürbar. Auch bei Sven aus der Nähe von Ulm. Er nimmt sich die Zeit, um mit Christof zu reden. „Es kann doch jeden treffen“, hat der Tag dem jungen Mann bewusst gemacht, wie schnell das gewohnte Leben aus der Bahn geraten kann. zog


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