Kirchheimer Umland

Dettingen stärkt die Bildungsachse

Sanierungen Gleich auf drei Baustellen wird unterm Teckberg gearbeitet: für die U 3-Betreuung, an der Grundschule und im Hallenbad. Von Iris Häfner

Auf dieser Achse investiert die Gemeinde Dettingen viel Geld in Umbau und Sanierung: Im Vordergrund ist die Grundschule zu sehen
Auf dieser Achse investiert die Gemeinde Dettingen viel Geld in Umbau und Sanierung: Im Vordergrund ist die Grundschule zu sehen, weiter geht es mit dem Hallenbad, und mitten auf dem Guckenrain entsteht der dritte Standort für die Kleinkindbetreuung. Foto: Carsten Riedl

Es tut sich immer was in Dettingen. Eine Sommerpause gibt es nicht - im Gegenteil, die wird genutzt, damit rechtzeitig zum Schulanfang möglichst alles wieder rund läuft. „In einem Zehn-Jahres-Zeitraum investieren wir 22 Millionen Euro in Bildung und Sport“, erklärt Bürgermeister Rainer Haußmann. Gut die Hälfte davon ist bereits ausgegeben, und die anvisierte Summe soll trotz Hochkonjunktur und den damit einhergehenden hohen Preisen auch nicht überschritten werden.

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Der Schultes legt Wert darauf, seine Gemeinde langfristig und strategisch aufzustellen. „Dazu braucht es einen klaren Plan und die Erkenntnis, Dinge aufzugeben, die wie die Werkrealschule keine Zukunft haben“, sagt er und verweist auf die zwei Top-Schulstandorte in nächster Nachbarschaft: Lenningen und Kirchheim. Für die Dettinger Schüler heißt das: Ab der fünften Klasse fährt der Bus - egal, in welche Richtung.

„Man muss kooperieren und so die Grundversorgung stärken“, sagt er auch im Blick auf das Hallenbad. Deshalb gibt es keine zwei Hallenbäder, jeweils eines in Kirchheim und Dettingen, sondern nur ein gemeinsames für Schule und Sport in der Schlossberggemeinde. „Das ist strategisch und betriebswirtschaftlich sinnvoll“, so das Urteil des Bürgermeisters. Mindestens bis zum Jahr 2030 wird diese Lösung Bestand haben, weshalb dort über die Sommermonate keine Wasserratten sondern fleißige Arbeiter anzutreffen waren. Pünktlich zum Schuljahresbeginn kann der Schwimmbetrieb nach den Sanierungsmaßnahmen wie geplant aufgenommen werden. Auch mittelfristig wird es nur ein gemeinsames Hallenbad geben. „Etwa die Hälfte der Grundschüler kann nicht schwimmen. Es kann nicht sein, dass die Schließung eines Bads davon abhängt, ob die Kommune reich oder arm ist. Das Land ist hier gefordert, Wasserflächen zu bezuschussen, dass jede Klasse Schwimmunterricht erhält“, lautet die klare Forderung von Rainer Haußmann. Das Hallenbad, 1975 eingeweiht, ist die einzige freiwillige Aufgabe, die sich Dettingen gönnt.

„Aus drei Schulgebäuden machen wir eines - und dort investieren wir acht Millionen Euro. Allein Küche und Mensa verschlingen einen Betrag von zwei Millionen Euro“, fasst der Schultes den Bildungssektor zusammen. Was mit den zwei nicht mehr für diesen Zweck benötigten Gebäuden geschehen soll, wird noch entschieden. Erste Ideen gibt es schon. So ist etwa ein Museum im Gespräch.

Dettingen ist stets bemüht, so viele Fördertöpfe wie möglich zu nutzen. Das ist gar nicht so einfach, wie Kämmerer Jörg Neubauer aus Erfahrung weiß. „Wir machen uns viele Gedanken, wann der richtige Zeitpunkt für die Ausschreibung ist, damit wir nicht zeitgleich mit vielen anderen auf den Markt gehen müssen“, sagt er. Umso unbefriedigender ist es für ihn, den Baubeginn nicht selbst festlegen zu können, aus Rücksicht auf die Fristen der Fördermittel. Dadurch verliert die Gemeinde mitunter nicht nur Zeit, sondern auch bares Geld, das die Dettinger Bürger dann zu berappen haben.

Aus seinem Ärger darüber macht Rainer Haußmann keinen Hehl. Auch darüber nicht, dass bislang kein müder Cent im Dettinger Gemeindesäckel gelandet ist. „Das ist der Hammer. Du beantragst das Geld und kannst dann mit dem Bauen beginnen. Wir haben einen Fünfjahresplan, der sich dann wegen der Förderbedingungen um sechs bis neun Monate verzögert - und dann heißt es am Ende: Ätsch, ihr kriegt doch nix“, hat er kein Verständnis für die gängige Vergabepraxis.

Die dritte große Baustelle befindet sich auf dem Guckenrain. Hier entsteht ein neuer Standort für die Kleinkindbetreuung. Zwischen 900 000 und 920 000 Euro muss hier die Kommune Geld in die Hand nehmen, wobei schon über eine halbe Millionen investiert ist. Bei dieser Maßnahme ist eine Umbauförderung von 240 000 Euro drin. Wo einst Wurst und Brötchen über die Theke gingen, entstehen in Rekordtempo 20 U 3-Plätze. Ab Januar sollen hier die ersten zehn Kinder von 7 bis 14 Uhr für neues Leben sorgen. Wie schnell die zweite Gruppe einzieht, entscheidet sich demnächst, eventuell ist das schon im September kommenden Jahres der Fall. Das ist der dritte Standort für die Kleinkindbetreuung in Dettingen und entspricht dem Motto: kurze Beine, kurze Wege.

Das Gebäude in der Breitensteinstraße hat sich nach Ansicht von Rainer Haußmann aufgedrängt - auch ohne langfristige Planung. Die Betriebsgröße passe, die 20 Plätze seien ein Unternehmen für sich. „Wir mussten strategisch umdenken und aus einem Verlust einen Gewinn machen“, sagt der Schultes und hängt launig einen Reim an: „Wir haben hier U 3, statt Metzgerei und Polizei.“

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Die Grundschule Dettingen wird umgebaut. Foto: Carsten Riedl