Handball-Landesliga: Abstiegsbedrohte Owener verpflichten Sinisa Mitranic
Aufatmen in Owen

Ist er der erhoffte Retter? Sinisa Mitranic soll den TSV Owen vor dem Abstieg aus der Handball-Landesliga bewahren. Der gebürtige Kroate, der zuletzt die Frauen der HSG Deizisau-Denkendorf in der BW-Oberliga trainierte, gab gestern Abend sein Debüt in der Teckhalle.

Owen. Er hat wenig zu verlieren. In diesem Punkt unterscheidet sich die künftige Arbeit von Owens neuem Mann auf der Bank von der seines Vorgängers Manfred Haase. Mitranic übernimmt eine Mannschaft am Boden: zwei Siege nach elf Spielen, Tabellenletzter. Das letzte Erfolgserlebnis gab es am 28. Oktober. Zuletzt serienweise Frusterlebnisse der Marke „schlimmer geht‘s nimmer.“ Die Abteilungs-Verantwortlichen und Haase kamen überein, dass an dieser Stelle nur ein Neuanfang hilft. Bei der 19:26-Niederlage am vergangenen Samstag in Esslingen saß mit Holger Kiedaisch ein „Zwangsverpflichteter“ aus den eigene n Reihen auf der Owener Bank. Der hatte von Beginn an klargestellt, dass eine Festanstellung für ihn nicht in Frage kommt.

Mitranic ist ein Glücksfall, so jedenfalls sieht es TSV-Abteilungsleiter Dietmar Kerner, dem damit die befürchteten Wochen verzweifelten Suchens erspart bleiben. „Er ist unser absoluter Wunschkandidat“, sagt Kerner. Ein Satz, aus dem mehr als nur Erleichterung spricht. Holger Kiedaisch leitete gestern Abend zum letzten Mal das Training. Die Analyse des Videos vom Spiel in Esslingen stand auf der Tagesordnung. Keine leichte Kost – wohl auch nicht für den neuen Trainer, der die neunte Owener Saisonniederlage immerhin live als Zuschauer erlebt hatte.

Dabei wollte der frühere Aktive, der an seinem Wohnort in Neuhausen/Filder einst das Trikot des TVN zu Oberliga-Zeiten trug, eine Schaffenspause einlegen. Anfang November legte er sein Traineramt bei den Frauen der HSG Deizisau-Denkendorf nieder, mit denen er im Frühjahr in die BW-Oberliga aufgestiegen war. Mitranic ist auch unter der Teck kein unbekanntes Gesicht. Von 2004 an trainierte er die TG Nürtingen in der Verbandsliga, wechselte dann zum VfL Kirchheim, mit dem ihm der Aufstieg in die Bezirksliga gelang. Von 2008 bis 2010 saß Mitranic beim damaligen Landesliga-Konkurrenten des TSV Owen in Grabenstetten auf der Bank. Vor zwei Wochen erst wurde er als möglicher Nachfolger von Frauentrainer Markus Stotz beim Drittligisten TG Nürtingen gehandelt. „Die Aufgabe hat mich gereizt“, meint Mitranic auf die Frage, weshalb er sich gerade für den Überlebenskampf in Owen entschieden hat. „Jeder hier hat Angst vor dem Abstieg“, sagt er. „Ich nicht.“ Das sind doch schon mal gute Voraussetzungen vor der ersten Arbeitswoche.