Während Kira Böhm beim zweiten Mountainbike-Weltcup im brasilianischen Araxa ihren Höhenflug fortsetzte, musste Luca Schwarzbauer einen deutlichen Dämpfer hinnehmen. Zwar konnte der Reuderner, der seit diesem Jahr in Weilheim wohnt, beim Shorttrack am Samstag den fünften Platz belegen und damit am Sonntag aus der ersten Reihe starten. Nach drei von neun Runden war dann aber für ihn im Rennen über die olympische Distanz die Luft raus. „Ich habe heute alles versucht“, gab er nach dem Rennen zu Protokoll. Aber eine Magenverstimmung, die ihn in dem südamerikanischen Land schon die ganze Woche über gequält hatte, ließ bei sommerlich heißen und schwülen Temperaturen im Kurpark rund um das Grande Hotel Termas de Araxa nur einen 23. Platz zu: „Es macht einfach keinen Spaß, schlecht zu fahren“, meinte er am Sonntag ziemlich frustriert im Ziel.
Am Vortag hatte er mit dem fünften Platz im Shorttrack noch ganz zufrieden ausgesehen, auch wenn er sich über einen Fahrfehler in der letzten Runde ärgerte, der ihm möglicherweise den dritten Podiumsplatz gekostet hatte, als Schwarzbauer den Franzosen Jordan Sarrou vorbeiziehen ließ. „Da hätte ich ein bisschen mehr dagegen halten können“, ärgerte er sich später: „Dann hätte ich um Platz drei mitfahren können.“
Bis dahin hatte Schwarzbauer das Rennen allerdings gut im Griff: zunächst hielt er sich etwas zurück, übernahm dann zur Rennhälfte die Führung, „um meinen Stiefel fahren zu können und nicht ständig irgendwelche Löcher zufahren zu müssen.“ Heute habe er einfach nicht die nötige Explosivität gehabt, analysierte er nach dem Rennen: „Das Rennen war heute extrem nervös, ich habe noch nie so einen stressigen Shorttrack gefahren. Das war heute richtig hart.“
Wieder war zu bemerken, dass es für viele Starter indirekt um die Olympia-Qualifikation geht – und dafür ist ein guter Startplatz im Rennen über die olympische Distanz eine wichtige Voraussetzung. Entsprechend motiviert wird daher auch das Shorttrack-Rennen gefahren.
Der Sieg im Shorttrack ging an den überraschend starken Victor Koretzky (Frankreich) vor seinem Specialized-Teamkollegen Christopher Blevins aus den USA. Koretzky musste sich nach 1.20,01 Stunden Rennzeit am Sonntag im Sprint nur dem Dänen Simon Andreassen (Cannondale) geschlagen geben.
Koretzky übernimmt damit die Führung im Gesamtweltcup und wird in fünf Wochen beim ersten europäischen Weltcup in Nove Mesto (Tschechien) mit der Nummer eins an den Start gehen. Luca Schwarzbauer ist als Neunter der Gesamtwertung weiterhin in den Top Ten.

