Rad
Mittwochs geht’s gemeinsam auf Tour

Auf dem Steingauareal in Kirchheim ist 2024 eine Community rund ums Rennradfahren entstanden. Das Interesse daran wächst. Initiator ist Simon Schwenk, der dort seinen Cycle Service betreibt.

Beim Cycle-Service-Store auf dem Steingauareal treffen sich jeden Mittwochabend Radsportbegeisterte zur gemeinsamen Ausfahrt. Fo
Beim Cycle-Service-Store auf dem Steingauareal treffen sich jeden Mittwochabend Radsportbegeisterte zur gemeinsamen Ausfahrt. Foto: Sandra Langguth

Mittwoch, 17.45 Uhr. Aus allen möglichen Richtungen strömen Radsport begeisterte Menschen auf schicken Rennrädern quer durch die Stadt, mit einem Ziel – dem Steingauareal. Dort trudeln sie nach und nach ein, um anschließend gemeinsam entweder die Alb oder coole Strecken in die weitere Umgebung in Angriff zu nehmen. „In welcher Gruppe fährst Du heute?“ ist öfter zu hören. Zur Auswahl stehen mindestens zwei – die „entspannte“ und die „unentspannte“. Was sich für wen wie anfühlt, ist natürlich verschieden. Die Schnellen sind im Schnitt mit deutlich über 30 Stundenkilometern unterwegs und machen mehr Höhenmeter, die anderen sind ein bisschen weniger ambitioniert. „Aber da wird mittlerweile auch ziemlich ehrgeizig gefahren“, sagt Schwenk lachend.

Der 39-Jährige aus Hochwang, der selbst in der Jugend erst im Crosscountry am Start war und später für ein Münchner Team Lizenzrennen auf der Straße gefahren ist, freut sich jede Woche, wenn mittlerweile zwischen 20 und 50 Frauen und Männer an seinem Laden stehen, ins Gespräch kommen, gemeinsam auf die geführten Touren gehen und das Erlebnis in der Gruppe genießen. „Viele schätzen es, gemeinsam ihr Hobby teilen und natürlich viel schneller unterwegs sein zu können als alleine. In der Gruppe fährt man halt schon mal mit 45 Stundenkilometern das Lenninger Tal vor“, erklärt Simon Schwenk. Wenn es sich ergibt, kommt auch eine Girls-only-Gruppe zustande. Die Frauen suchen sich selbst eine passende Runde aus und fahren ihrem Leistungsstand entsprechende Strecken.

Seit rund einem Jahr regelmäßig mit dabei sind Marie und ihr Freund Max. Die beiden 34-Jährigen haben über Instagram von den Treffs erfahren. „Mittlerweile steht der Mittwochabend fest in unseren Kalendern“, sagt Marie Peters. Sie schätzt die „tolle Community, immer andere schöne Routen und das Vernetzen mit anderen Rennradbegeisterten aller Altersgruppen“. Genauso Feuer gefangen hat Christian Merkwitza. Der 33-Jährige hat sich im vergangenen Jahr ein Rennrad gekauft und war gleich bei einer der ersten Ausfahrten dabei. „War echt schwer für mich am Anfang, mitzuhalten“, berichtet er. Doch inzwischen lässt er keinen Termin aus. „Es ist einfach eine mega Gemeinschaft und man motiviert sich auch gegenseitig“, betont er.

Im Sommer dauern die Touren schon mal bis zu dreieinhalb Stunden, während im Winter noch knapp zwei Stunden gefahren werden. Das geht so lange, bis keiner mehr fahren will. „Letztes Jahr waren wir bis Ende November unterwegs“, sagt der 39-Jährige, der mittlerweile mit Gonso aus Köngen ein eigenes Outfit zum Selbstkostenpreis vertreibt. So kann es schon mal vorkommen, dass rund 20 Radler im gleichen Dress wie ein D-Zug durch Jesingen düsen.

Die Teilnehmer sind, wenn oft auch nicht optisch, bunt gemischt. Ebenso das Material, auf dem sie unterwegs sind. Und sie kommen mittlerweile von weit her. „Im Sommer haben wir Fahrer aus Ludwigsburg oder Ulm. Viele kommen auch aus Echterdingen, Plochingen, Uhingen, aus Bad Urach sind welche dabei, oder aus dem Rems-Murr-Kreis.“ Gleiches gilt für den zweiten Communityride, den es mittlerweile in Zusammenarbeit mit Jannik Steimle in Esslingen gibt. Die Strecken variieren jede Woche. „Mal fahren wir mehr Höhenmeter, mal flacher. Mir ist wichtig, dass jeder einfach kommen kann, sich auf eine organisierte Fahrt und ein Gemeinschaftserlebnis verlassen kann“, betont Schwenk, der Getränke oder das Essen bei größeren Events stets auf Spendenbasis anbietet. So auch am 27. September. Am Tag des Männer-Rennens bei der Straßenradsport-WM in Montreal wird ab 13 Uhr die Hälfte der Strecke gemeinsam gefahren. 140 Kilometer und 1700 Höhenmeter stehen an, ehe im Anschluss gemeinsam der Zieleinlauf der Profis geschaut wird.

Infos zu den Aktivitäten gibt es auf Strava in der Cycle-Service-Club-Gruppe sowie auf Insta unter @cycleservice_store