Wintersport
Neidlinger planen Skispringen

Sollten die Bedingungen es zulassen, findet am Sonntag zum ersten Mal seit 2022 wieder die Traditionsveranstaltung an der Edelwangschanze statt. 

Schnappschuss vom Sieger der letzten Auflage: Pascal Maier vom TSV Weilheim gewann 2022 das Skispringen in Neidlingen. Foto: Rol
Schnappschuss vom Sieger der letzten Auflage: Pascal Maier vom TSV Weilheim gewann 2022 das Skispringen in Neidlingen. Foto: Roland Fiedler

Tristesse im Tal, Hoffnung am Hang: Sollte es der Wettergott gut mit dem TV Neidlingen meinen, findet oberhalb der Kirschblütengemeinde erstmals seit 2022 wieder ein Wintersportevent statt – das Skispringen an der Edelwangschanze. „Mit etwas Glück bekommen wir das hin“, gab sich Hannes Hepperle, Leiter der TVN-Wintersportabteilung, am Donnerstagmittag optimistisch angesichts der Bedingungen auf knap 610 Metern über Normalnull, die sich im rund 150 Meter tiefer gelegenen Ort kaum erahnen lassen: „Da oben am Edelwang ist das eine ganze andere Welt“, staunt Hepperle über bis zu 15 Zentimeter Schnee rund um die Schanze – wer Arbeitseifer und Zusammenhalt der Neidlinger kennt, weiß, dass das reicht, um das Ernst-Ruoß-Gedächtnissspringen, wie das Event seit dem letzten Umbau der Schanze 2008/09 heißt, auf die Beine zu stellen. Bei der letzten Auflage vor vier Jahren hatten die „Knaupen“ es nach kurzfristigem Schneefall schließlich binnen 24 Stunden aus dem Boden gestampft. „Typisch Neidlingen – ein bisschen Schnee und schon wird eine Veranstaltung gemacht“, hatte Markus Stolz vom TSV Jesingen damals anerkennend gesagt.

Damit es mit dem Comeback klappt, muss laut Hannes Hepperle aber noch viel investiert werden. „Wir müssen den Schnee zu regelrechten Depots zusammenschieben und abdecken, damit er bis Sonntag hält“, sagt er, der für diesen Job täglich mit einem Dutzend Helfern kalkuliert.

Wenn es klappt, soll am Sonntag ab 14 Uhr auf Weitenjagd gegangen werden. Geplant sind drei Sprünge pro Teilnehmer, wobei der beste gewertet wird. Letzter Sieger war Pascal Maier vom TSV Weilheim, der es vor vier Jahren auf 28,5 Meter gebracht hatte. Der Schanzenrekord liegt bei 31 Metern – als der K-Punkt, wie die Linie am Übergang vom Steilhang in den Landebereich einer Schanze heißt, noch bei 30 statt der aktuell 25 Metern gelegen hatte, betrug die größte Weite 39 Meter.

Meldungen sind bis Samstag, 18 Uhr, erbeten an spagge@t-online.de, sind aber auch am Sonntag noch möglich. Das Startgeld beträgt zehn Euro, bei Nachmeldungen 15. Für Zuschauer gibt es Shuttle-Busse vom Braike-Parkplatz und vom Parkplatz am TVN-Sortgelände.

Weitere Infos erteilt TVN-Funktionärin Daniela Ambacher unter 0151 / 2293660

Skipringen hat in Neidlingen Tradition

Premiere feierte der Skisprungsport in Neidlingen 1952. Nachdem die Leichtathleten des TVN im Jahr zuvor eine Wintersportabteilung gegründet hatten, begannen sie, nach den Plänen des Kirchheimer Bauingenieurs Hansrudi Wäschle im Gewann Edelwang eine Schanze zu bauen. Umbauten erfolgten in den Jahren 1982 sowie 2008/2009. Seitdem fanden insgesamt fünf Springen statt, das letzte 2022.
Am 3. Februar 1952 fand der erste Wettbewerb auf der Edelwangschanze statt. Sieger mit 29 Metern wurde der Geislinger Bernhard Lindenlaub vom SC Wiesensteig. Ärger gab es 1955, als sich der Schwäbische Skiverband am Namen störte, den die Neidlinger ihrem Event gegeben hatten: „Kirschwasserspringen“ gezieme sich nicht, da sich Alkohol und Sport nicht vertragen würden.
Der heutige Name Ernst-Ruoß-Gedächtnisspringen geht auf den Initiator für die Schanze und Ehrenabteilungsleiter der Skiabteilung zurück. tb